Gott, Mensch und Tier

Sie und Ihre Freunde sind zu unseren Vorträgen, die in Zusammenarbeit mit

  • dem Institut für Kunstgeschichte,
  • dem Institut für den Nahen und Mittleren Osten,
  • dem Münchner Zentrum für Islam Studien (MZIS) und
  • der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Bayern e.V. (DTG)

i.d.R. im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München, stattfinden, herzlich eingeladen:

Donnerstag, 05. Nov. 2009, 19 Uhr c.t., HS M 014
Prof. Dr. Barbara Kellner-Heinkele: Gott, Mensch und Tier – Faunistisches in islamischen Prophetengeschichten

In mehr als 200 Passagen des Korans sind Tiere erwähnt, und sechs Suren sind nach Tieren benannt. Allerdings treten diese wilden und zahmen Tiere nur in einer Minderzahl der Fälle unmittelbar als Akteure in der koranischen Botschaft auf, wie etwa Schlange, Rabe, Fisch, Kamel, Heuschrecke, Ameise, Wiedehopf und Spinne. In der Koranexegese (tafsir), besonders aber in den Prophetengeschichten (qisas al-anbiya), wurden die narrativen Passagen des Korans gedeutet und weiter ausgeschmückt. Der Vortrag schöpft aus dieser über Jahrhunderte entwickelten reichen und reizvollen Literatur über die Vorläufer des Propheten Muhammad, die nicht nur im Volk überaus beliebt war, sondern auch meist von der Gelehrtenschaft als nützlich für das Verständnis der koranischen Offenbarung akzeptiert wurde. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen Geschichten, in denen Tieren eine didaktische oder symbolische Rolle innerhalb der Heilsgeschichte zufällt. Zugleich sollen Darstellungen von „Prophet und Tier“ aus der islamischen Miniaturenmalerei gezeigt werden.

Frau Prof. Kellner-Heinkele, Mitglied unserer Gesellschaft, war bis 2007 Professorin für Turkologie an der Freien Universität Berlin. Sie beschäftigt sich unter anderem seit mehreren Jahren mit dem Thema „Mensch und Natur“ in der türksprachigen Welt.