Zeitgenössische Kunst aus Indien: Informationen aus Erster Hand!

In der 117-jährigen Geschichte der Biennale Venedig (die “vierundfünfzigste” bis 27. November 2011) ist Indien zum ersten Mal mit einem professionell kuratierten → National-Pavillon vertreten.

hoskoteKurator der indischen Ausstellung ist Ranjit Hoskote, ein 1969 in Mumbai geborener international bekannter Poet, Kurator und Schriftsteller. Von seinen zahlreichen in Indien veröffentlichten Büchern sind auch in deutscher Sprache erschienen: Bei Hanser der 2006 herausgegebene Gedichtband Die Ankunft der Vögel sowie 2007 bei Blessing München, die gemeinsam mit Ilija Trojanow “kontra Huntington” geschriebene Kampfabsage.

Den Pavillon in Venedig begreift Hoskote als “Labor, Bühne und Schule” und möchte mit einer Auswahl bisher vom Kunstmarkt vernachlässigter indischer Künstler weg von offiziellen nationalen Kunstkonzepten hin zu qualitätsvoller kultureller Weltbürgerschaft.

Top.bmp

Der Name des Pavillons “Everyone Agrees: It’s About To Explode” ist auch der Titel eines Vortrags, den Hoskote am Freitag, dem 5. August 2011, um 18 Uhr, in der Bibliothek des Historischen Kollegs (Kaulbachstraße 15, 80539 München) halten wird. Der Kurator berichtet über seine Arbeit und sein Konzept in Venedig. Die Moderation wird Prof. Dr. Avinoam Shalem übernehmen, der soeben von einem längeren Arbeitsaufensthalt in Neu-Dehli in sein Münchner Institut für Kunstgeschichte zurückgekehrt ist.

Dort wird vom 31. Juli bis 6. August 2011 für Studierende aus aller Welt die First Interdisciplinary Summer School 2011: Arts — Politics — Economics. New perspectives of the arts organisiert; näheres finden Sie hier → “The interdisciplinary summer school, which incorporates the subjects Art History, Art Education, Musicology, Music Education and Theatre Studies, aims to discuss the following aspects:

How does the political manifest itself in the arts against the background of its dissolution of boundaries and internationalisation?
To what institutional change are the arts subject in the light of (global) structural political and economic changes?
What role does the study of the arts play in this process?”.

Der Vortrag von Ranjit Hoskote ist zwar Bestandteil dieses Programms, doch sind auch nichtstudentische Interessenten herzlich eingeladen – auch zum anschließenden Umtrunk.