Wertvolle Handschriften „zum Mitnehmen“

Artikel vom 18. Mai 2011 zuletzt geändert am 26. April 2013

Seit dem Sommer 2010 ist die Bayerische Staatsbibliothek mit einem innovativen Angebot auch im mobilen Internet präsent. Als weltweit erste Bibliothek bot sie zunächst kostbarste Spitzenstücke aus ihrem Bestand europäischer Buchkunst in digitaler Form als App für iPad und iPhone an. Seit 2011 gibt es nun die App „Oriental Books“.

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Seit dem Sommer 2010 ist die Bayerische Staatsbibliothek mit einem innovativen Angebot auch im mobilen Internet präsent

52 Handschriften und seltene Drucke, darunter Wolfram von Eschenbachs Parzival, die Gutenberg-Bibel oder das Evangeliar aus dem Bamberger Dom konnten seit dem kostenlos in Apples App-Store heruntergeladen und von der ersten bis zur letzten Seite auf den farbbrillianten Displays von iPad und iPhone betrachtet werden. Schätze, die bisher in Tresoren verborgen und in der Regel nur in seltenen Ausstellungen für den Betrachter zugänglich waren, können damit 24 Stunden am Tag von jedem Ort der Welt aus in Gänze bewundert werden.

Mit der App „Oriental Books“ setzt die Bayerische Staatsbibliothek nun einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur virtuellen Bibliothek und stellt ihre Funktion als Innovationszentrum für digitale Informationstechnologie und –services erneut unter Beweis. Blättern Sie nun – unter zunächst zwanzig Handschriften – beispielsweise in einem Gebetbuch der Haremsdame Düsdidil (Istanbul, 1845), der berühmten arabischen Kosmographie „Die Wunder der Schöpfung“ aus dem Jahr 1280 oder dem weltweit bekannten persischen „Königsbuch“ aus der Zeit um 1700.

Im Katalog der glanzvollen Ausstellung „Die Wunder der Schöpfung. Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek aus dem islamischen Kulturkreis“, die 2010/11 im Rahmen der Münchner Veranstaltungsreihe „Changing Views“ stattfand, hatte die Bibliothek bereits stolz mitteilen können, dass die Digitalisierung ihrer Bestände – insbesondere der orientalischen Handschriften – rasche Fortschritte macht.

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Schätze, die bisher in Tresoren verborgen blieben sind nun zugänglich

Damit wurde es möglich, nicht nur – wie bereits seit vielen Jahren – den Katalog der Bibliothek, sondern auch die in den Sammlungen verwahrten Objekte selbst (unter dem schrecklichen Namen „Volldigitalisate“) über die Website der Bibliothek durch Angabe des Titels oder der Signatur abzurufen und darin zu blättern.

Die mittels Apps ermöglichte „Mobilisierung“ dieses Service ist angesichts fortschreitender Technik nur folgerichtig. Den Zugang zu den Digitalisaten finden Sie  → hier. Der erwähnte Katalog der Ausstellung in deutscher und englischer Sprach ist bei der Bibliothek noch erhältlich; die Bestellseite finden Sie → hier.

Die Wun­der der Schöp­fung. Hand­schrif­ten der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek aus dem is­la­mi­schen Kul­tur­kreis. Herausgegeben von Dr. Helga Reb­han. Har­ras­so­witz Ver­lag, Wies­ba­den. 239 Sei­ten, alle 80 damals aus­ge­stell­ten Werke sind in Farbe ab­ge­bil­det. ISBN 978-​3-​447-​6197-​1

Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., ist eine der bedeutendsten europäischen Universalbibliotheken und genießt als internationale Forschungsbibliothek Weltrang. Mit knapp zehn Millionen Bänden, rund 57 500 laufenden Zeitschriften in gedruckter und elektronischer Form und knapp 94 000 Handschriften gehört die Bayerische Staatsbibliothek zu den bedeutendsten der Welt. Der Grundstock der Orientsammlung der Bibliothek wurde bereits im Gründungsjahr 1558 gelegt. Heute umfasst die Sammlung 17 000 orientalische Handschriften, darunter ca. 4 200 aus dem islamischen Kulturkreis sowie ca. 260 000 Drucke.