Frühere Veranstaltungen GdF (Auswahl)

Artikel vom 15. Februar 2018 zuletzt aktualisiert am 15. Februar 2018

Ein Vortrag von Marcus Pilz M.A. am Donnerstag, dem 21. November 2013 

(Das Thema hat Marcus Pilz inzwischen zu seiner Disssertation erweitert; er wurde Im Jahr 2017 an der LMU zum Dr. phil. promoviert)

Geschnitten aus einem einzigen Stück Bergkristall, stellen die Objekte des islamischen Mittelalters technisch einzigartige Kunstwerke dar. Trotz ihres außerordentlichen handwerklichen Ranges innerhalb der islamischen Kunst wurden diese Arbeiten, die sich in zahlreichen europäischen Sammlungen erhalten haben, bisher noch nie in einem größeren Kontext untersucht.

Vortrag Pilz
Vortrag Pilz

Meist pauschal als „fatimidisch“ bezeichnet, widerspricht dieser Zuschreibung bereits die große formale und dekorative Vielfalt der Objekte. Über eine eingehende vergleichende Analyse der Objekte mit ihren oft noch mittelalterlichen Bestands-Zusammenhängen, die Basis für eine belastbare Chronologie zu finden, ist Ziel des Projektes, an dem der Referent seit etwa einem Jahr als Thema einer Dissertation bei Prof. Avinoam Shalem arbeitet.

Bergkristallflasche Dom zu Halberstadt
Bergkristallflasche Dom zu Halberstadt

Marcus Pilz studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Theologie an der LMU. Seine Magisterarbeit behandelte die ganz außergewöhnliche „Lepantomonstranz“ in Ingolstadt. Eine frühere Berufsausbildung und freiberufliche Tätigkeit als Vergolder, und die dabei erfahrene Nähe zu edlen Materialien dürfte eine ideale Grundlage für die Beschäftigung mit islamischen Kleinodien bilden. Am Kunsthistorischen Institut der LMU ist er heute auch als Tutor tätig.

Aus der „Werkstatt“ von Prof. Shalem, dessen Dissertation „Islam Christianized“ (publiziert 1996) sich ebenfalls mit islamischen Objekten in Kirchenschätzen befasste, kommt auch Dr. Andrea Lermer, an deren Vortrag im Juni 2011 über Islamische Objekte im Halberstädter Domschatz wir uns gerne erinnern. Sie stellte damals u.a. eine Bergkristallflasche aus dem Dom vor, die sie im Katalog Der heilige Schatz im Dom zu Halberstadt (Regensburg 2008) als „wohl fatimidisch“, (zweite Hälfte 10. Jh./erste Hälfte 11. Jh.) einordnete. Sicherlich wird Marcus Pilz uns seine Einschätzung auch zu diesem Objekt vermitteln.

Sambsa (fried, filled pastries) being prepared for Sultan Ghiyath, shown seated on a stool.

Prof. em. Dr. Peter Heine, Humboldt Universität Berlin
„Köstlicher Orient“ – Esskultur im Orient

Ausgehend von den Speiseregeln des islamischen Rechts kommt der Einfluss der islamischen auf die europäische Kultur zur Sprache. Von Interesse ist, was die Omayyaden, Abbasiden, Osmanen, Safawiden und Moghuln auf den Tisch brachten; interessant sind aber auch die zahlreichen Anekdoten, die sich um das Essen im Orient ranken, wie z.B. die Janitscharen um die Reste an Speisen  bei großen Banketten am osmanischen Hof kämpften. Der Überblick über 1500 Jahre orientalische Küche wird durch spezielle Rezepte ergänzt, die auch in seinem neuen Buch nachzulesen sind. ( Das Buch kann im Anschluss an den Vortrag erworben werden.)
Peter Heine wurde nach seinem Studium der Islamwissenschaft, Ethnologie  und Philosophie  Professor für Islamwissenschaft an der Humboldt  Universität Berlin. 2014 erhielt er den  Wissenschaftspreis des Forum Kulinarik.

Dienstag, 13. Dezember 2016 (GdF, MZIS)
Prof. Dr. Zeynep Kuban, TU Istanbul / LMU München
Zum Wandel der Architektur als Spiegel von Identität in der Türkei des 19. und 20. Jahrhunderts (MZIS und GdF)
Antrittsvorlesung der Allianz Gastprofessorin für Islamstudien im WS 16/17
Moderne Architektur im Osmanischen Reich und der Republik Türkei hat nie nur modernen Lebensformen Raum bieten wollen, sondern auch immer Identitätsangebote gemacht. Schon zur Zeit von Sultan Abd ül-Aziz (1861-1876) hat man sich auf alte islamische Formen zurückbesonnen ‑ und dabei zum Teil neu eingeführt oder erfunden, was im Osmanischen Reich nie üblich war. Religiöse und nationale Leitbilder lassen sich so bis zur Architektur des neuen Präsidentenpalastes in Ankara (2014) verfolgen ‑ und interessanterweise spielen nicht-türkische Architekten häufig dabei eine Rolle

Donnerstag, 14. Juli 2016 (GdF)Plakat Erbel-page0001
Botschafter a.D. Bernd Erbel
Extremismus und Islamismus im Nahen und Mittleren Osten – Ursachen, Wirkungen und Perspektiven
Für die bedrohlichen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten gibt es keine monokausalen Erklärungen. Geschichtliche und politische Hintergründe spielen eine zentrale Rolle, ähnliche Faktoren führen aber keineswegs überall zu gleichartigen Auswirkungen. Bernd Erbel stützt sich in seinem Vortrag auf Erfahrungen aus 25 Dienstjahren in der arabischen Welt und im Iran.

Donnerstag, 23. Juni 2016 (GdF)
Marcus Pilz M.A.
„den Türken und Corsaren bey vielen Jahren hero abgenomen“ – Die Fahnen der Chiesa di Stefano dei Cavalieri in Pisa.
SBAAAS_PI_DIA_42526Beinahe unbekannt und von der Wissenschaft nur wenig erschlossen, hat sich in der Chiesa di Santo Stefano dei Cavalieri in Pisa ein außergewöhnlicher Bestand an Fahnen des 17. Jahrhundert erhalten. Als Trophäen des toskanisch-mediceischen Ritterordens des heiligen Stefan zieren sie teilweise noch heute das Schiff der Pisaner Kirche. Zwar werden sie insgesamt meist als osmanisch angesprochen, jedoch ist ihr größter Teil nordafrikanischen Ursprungs. Im Zuge eines umfangreichen Restaurierungsprojektes wurden die Fahnen in den letzten Jahren gesichert und untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen und weitere umfangreiche Quellenstudien ermöglichen nun, die Geschichte der Fahnen detailliert nachzuvollziehen. Vergleichende ikonografische Analysen der Pisaner Stücke mit weiteren Beständen in Italien und Europa eröffnen außerdem Einblicke in die Entstehung sowie mögliche Anhaltspunkte für die Datierung dieser fragilen Objekte.

 isDonnerstag, 16. Juni 2016 (GdF)
Prof. Dr. Paul Kunitzsch*
Phantasie und Wirklichkeit – Wolfram von Eschenbach und der Orient
Die beiden großen Versepen Wolframs von Eschenbach, „Parzival“ (um 1200-1210) und „Willehalm“ (um 1210-17), lehnen sich eng an französische Vorlagen an, den „Conte du Graal“ von Chrétien de Troyes bzw. die „Chansons d’Aliscans“. Dem „Parzival“, der eigentlich in den Zusammenhang der keltischen und angelsächsischen Sagenwelt um König Artus und die Gralssage gehört, sowie dem „Willehalm“, der den Kämpfen der Franken unter Graf Wilhelm von Toulouse („Guillaume d’Orange“) am Ende des 8. Jahrhunderts gegen die von Spanien her nach Norden drängenden Sarazenen gewidmet ist, hat Wolfram eine Anzahl Elemente aus der zeitgenössischen Orientkenntnis eingefügt, die – besonders im „Parzival“ – für den Aufbau der Handlung entscheidende Bedeutung haben.

Donnerstag, 02.Juni 2016 (GdF)
Dr. Alberto Saviello*
Siehe und Staune! – Betrachterfiguren in der persischen Buchmalerei

Hof des Gayūmart, Buch der Könige, Schiras, 1518, Washington D. C., Smithsonian Institution/ Arthur M. Sackler Gallery, Vever Collection s 86.0058.001, fol. 21 a.
Hof des Gayūmart, Buch der Könige, Schiras, 1518, Washington D. C., Smithsonian Institution/ Arthur M. Sackler Gallery, Vever Collection s 86.0058.001, fol. 21 a.

Innerbildliche Betrachterfiguren finden sich in den Werken der sogenannten persischen Buchmalerei bereits zur Zeit der Ilkhaniden im 13. Jahrhundert. Der Vortrag beschreibt die sich wandelnden Formen und Funktionen solcher Figuren bis ins 16. Jahrhundert in Hinblick auf die für das Medium wesentliche Aushandlung von Text-Bild-Relationen. Dabei wird die These verfolgt, dass das innerbildliche Publikum durch die von ihm geleistete Thematisierung des Sehaktes (und seiner unterschiedlichen Möglichkeiten zur Vermittlung von Affekten und Erkenntnissen) zur Reflexionsfigur des außerbildlichen Betrachters und seines eigenen Blicks auf die Malerei wurde. Hierin eröffnet sich ein visueller Diskurs über die Fähigkeiten der Malerei, der in kunsttheoretischen Texten der Zeit sein Äquivalent findet.

 

 

 

 

Krämer BilderDienstag, 10. Mai 2016 (GdF)
Prof. Dr. Gudrun Krämer, Freie Universität Berlin, Lehrstuhl für Islamwissenschaften
Bilder, Bilderstreit und Bilderverbot oder: Der Islam als Religion und Kultur
Die islamische Welt kennt nicht erst seit den Zeiten umfassender Medialisierung und Visualisierung Bilder unterschiedlicher Qualität und Art. Warum also die anhaltende Debatte um ein Bilderverbot im Islam? Zum einen wohl, weil das für den Kultus geltende Bilderverbot verallgemeinert und der Islam als Religion und Kultur generell für bilderlos und bilderfeindlich erklärt wurde, zum anderen, weil der Unterschied zwischen Bild und Karikatur missachtet wurde. Um beide Aspekte wird es in dem Vortrag gehen, der Akzent wird auf den im weiteren Sinn religiösen Debatten liegen.

 Isik Bild kleinDonnerstag, 14. April 2016 (GdF)
Dr. Tuba Isik,  Universität Paderborn, Seminar für islamische Theologie
Architektur – Rezitation – Kalligraphie – die Unbegrenzbarkeit Gottes

 Donnerstag, 21. Januar 2016 (GdF)
Corinne Mühlemann MA, Institut für Kunstgeschichte Universität Bern, Abteilung für die Geschichte der textilen Künste
„Sprechende Seidengewebe“ – arabische Inschriften auf Streifenstoffen aus dem Mongolischen Reich und dem Mittelmeerraum um 1300.

Seidenstreifen
Arabische Inschriften auf Streifenstoffen aus dem Mongolischen Reich

 

Dienstag, 08. Dezember 2015 (GdF)
Prof. em. Dr. Hans Georg Majer*, LMU München, vormals Institut für Geschichte und Kultur des Nahen Ostens sowie Turkologie
Spuren eines osmanischen Großwesirs in Bayern und Istanbul

 

Berner Himmelsglobus (Bernisches Historisches Museum)
Berner Himmelsglobus (Bernisches Historisches Museum)


Donnerstag, 
26.November 2015 (GdF)
Dr. Johannes Thomann, Universität Zürich, Orient-Asien-Institut
Der Berner Himmelsglobus und seine Ahnen – Zur Ikonographie der Sternbilder in der islamischen Welt

The arrival of a giraffe sent by Sultan Faraj to Timur in Samarqand, Double page of Yazdi’s Zafarname, Shiraz 1436: Worcester Art Museum, (Worcester, Massachusetts, Bequest of Alexander H. Bullock, 1962.187),
The arrival of a giraffe sent by Sultan Faraj to Timur in Samarqand, Double page of Yazdi’s Zafarname, Shiraz 1436: Worcester Art Museum, (Worcester, Massachusetts, Bequest of Alexander H. Bullock, 1962.187)

 

Donnerstag, 12. November 2015 (GdF)
Prof. em. Dr. Doris Behrens-Abouseif, vormals SOAS University of London. Dep. History of Art and Archaeology
Seide, Giraffen und abgeschlagene Köpfe – Diplomatische Geschenke  am mamlukischen Hof

 

 

Fabelhafte Gestalten - eine neue Gruppe glasierter Keramik aus Zentralasien
Fabelhafte Gestalten – eine neue Gruppe glasierter Keramik aus Zentralasien

 

 

 

Donnerstag, 29. Oktober 2015 (GdF)
Dr. Jangar Ilyasov, Gast der Otto-Friedrich Universität Bamberg von der Usbekischen Akademie der Wissenschaften
Fabelhafte Gestalten – eine neue Gruppe glasierter Keramik aus Zentralasien