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Artikel vom 26. November 2014 zuletzt geändert am 13. Juli 2017

(27.06.2017)

In der heutige Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erschien in der Rubrik AUSSENANSICHT ein Beitrag von Lukas Wiesenhütter M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Katholische Theologie der Universität Paderborn mit dem Titel „Theologen an die Stammtische“. Der Autor beklagt zu Recht, „die Zahl der selbsternannten Islam-Experten scheine inzwischen so groß zu sein wie die der selbsternannten Bundestrainer“. Die Frage sei, wer inzwischen die Deutungshoheit über eine Religion habe. Er ruft seine schweigenden Kollegen Theologen auf, sich ihrer Aufgabe wieder bewußt zu werden und ihre Kenntnisse in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Vor allem aber müssten sich die Studierenden ebenso wie die Lehrenden an den Hochschulen in einen intensiven Dialog begeben, um die Religion ihres Gegenüber wirklich kennen zu lernen.
Wiesenhütter ist da mit gutem Beispiel vorangegangen, denn der heute 27jährige Autor hat während seines Studiums der Theologie an der Uni Freiburg (2009-15 mit dem Abschluss Magister Theologiae), nicht nur ein theologisches Studienjahr an der Dormitio Abtei in Jerusalem (2012-13), sondern auch von 2014-15 einen Masterstudiengang an der SOAS, London, absolvierte.

Der Artikel schließt mit dem folgenden Absatz, der mindestens eine Frucht besseren gegenseitigen „Kennenlernens“ der Religionen benennt: „Vielleicht stimmt es ja, dass Menschen, die in die Fänge von Extremisten geraten, auf der Suche nach Sinn sind, der ihnen leicht verdaulich in Schwarz-Weiß-Rhetorik serviert wird. Was wäre ein besseres Gegengift als eine Theologie, die sich mit vollem Einsatz der Sinnfrage widmet, die entlarvt und den eigenen Glauben im Dialog kritisch reflektiert. Dann könnte es ja sein, dass Muslime und Christen, die gemeinsam Kant und al-Gazali lesen und sich über die Frage streiten, ob Gottes Barmherzigkeit ein Wesen- oder Tatattribut ist, mindestens so sehr zum Frieden beitragen wie die nächste Kopftuch-Talkshow“.

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der SZ sowie in der Facebookseite unserer Gesellschaft.

(07.04.2017)
Handschriftlicher Diwan von Hafis gefunden
Im Iran-Report der Heinrich-Böll-Stiftung vom April 2017 erschien folgender Beitrag:

Die Tageszeitung Times of India berichtete auf ihrer ersten Seite über den „wichtigen
Fund“ 700 Jahre nach dem Tod des berühmten iranischen Dichters Hafis.
Der Fund von Hafis Manuskript sei durch Zufall erfolgt. Der Asiatische Verein in Kalkutta
bereitete die
Feiern zum 220sten Geburtsjahr des indischen Dichters Mirza Ghalib vor,
der sowohl in
Urdu als auch in persischer Sprache dichtete. Bei Nachforschungen
zu den restlichen
Handschriften von Ghalib stießen die Wissenschaftler auf ein Bündel
von vergilbten
Blättern mit handgeschriebenen Gedichten, die, wie es sich bald herausstellte,
von Hafis
stammen. Einer der Wissenschaftler sagte der Zeitung: „Als wir diese Blätter sahen,
waren
wir erstaunt. Denn Hafis lebte 500 Jahre vor Ghalib. Nach Beratung mit iranischen
Wissenschaftlern wurde langsam klar, wie der Diwan zu uns kommen konnte.“
Nun würden sich Scharen von Literatur- und Sprachwissenschaftlern auf den Weg nach
Kalkutta machen, um „diese Sensation“ aus unmittelbarer Nähe miterleben zu können,
schrieb die Zeitung.
Die Handschrift sei nicht nur „wunderschön“, der Diwan enthalte auch ein bislang
unbekanntes Gedicht (Ghazal) von Hafis. Zudem liege die Bedeutung des neuen Funds
darin, dass er mit der Unterschrift und dem goldenen Siegel des Großmoguls von Indien
(1627-1658), Schah Dschahan, versehen sei. Zwar regierte der König einige Generationen
nach Hafis, aber der Kunstfreund hatte offenbar den Diwan für seine eigene Bibliothek
erworben.
Der Diwan befindet sich im Besitz des Asiatischen Vereins in Kalkutta. Der Verein hat den
Diwan in seinem Museum in einer Vitrine ausgestellt und ihn damit für die Öffentlichkeit zur
Ansicht zugänglich gemacht.