RE_FORMATION_EN

Artikel vom 20. Oktober 2017 zuletzt geändert am 22. Oktober 2017

Unser Mitglied, die Münchner Malerin Elisabeth Rößler, beteiligt sich mit etwa einem halben Dutzend Bildern an einer vom Kunstverein Speyer veranstalteten Ausstellung. Sie hat dorthin großformatige Gemälde aus ihrer schon lange Jahre andauernden Beschäftigung mit außereuropäischer, hier islamischer, Kunst entsandt. Dabei geht es diesmal wohl um die Auseinandersetzung mit dem islamischen Ornament, das sie aus dem Bereich der landläufig verflachten Nutzung als Dekorationsmaterial in seine ursprüngliche Bedeutungssphäre und Symbolik zurückholen möchte.

foto: www.rawpix.de

Als ein Beispiel für ihre Herangehensweise möge dieses Bild und die folgende Bildbeschreibung dienen.
Zu „ARABIAN No.5,Tafel XXXV / The Grammar of Ornament“ von Owen Jones 1856
Bildgrößen: 200 cm h x 100 cm b; 200 cm h x 90 cm b

Die Musterbücher des 19. Jahrhunderts, besonders „The Grammar of Ornament“ des Architekten und Designers Owen Jones beeinflussen bis heute maßgebend den Blick auf die sogenannte „islamische“ Kunst. Trotz ihres künstlerischen Werts und ihrer immensen Verdienste der Dokumentation sehe ich in diesen vom Klassizismus und der technischen Rationalität des beginnenden Maschinenzeitalters geprägten Ornamentvorlagen eine der Ursachen einer Reihe von tradierten visuellen Klischees. In meinem Bild-Diskurs setze ich mich mit diesen auseinander und versuche, diese aufzulösen.