Freundes- und Förderkreis des Nahostinstituts der LMU

Artikel vom 19. Oktober 2012 zuletzt geändert am 6. April 2013

Das heutige Institut für den Nahen und Mittleren Osten der Ludwig-Maximilians-Universität München hat eine lange und ruhmreiche Geschichte, die durch bedeutende Namen der dort tätigen Wissenschaftlern markiert wird (s. dazu Absatz 2.)

1. Der Freundes- und Förderkreis
Im Jahr 2012 überlegten Prof. Dr. Andreas Kaplony und unsere Gesellschaft, wie man die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit intensivieren und erweitern könne.

Für beide Partner war nahe liegend, nicht eine neue Vereinigung ins Leben zu rufen, sondern sich der bewährten Zusammenarbeit mit unserer Gesellschaft und deren Netzwerk zu versichern. Von Anfang an war klar, dass die Struktur des Freundeskreises des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur nicht vollständig nachgebildet werden konnte, weil unsere Gesellschaft primär eine Reihe anderer Aufgaben zu erfüllen hat, die völlig ungeschmälert bleiben müssen.

Die Überlegungen führten schließlich zu folgender Vereinbarung, die vom Ersten Vorsitzenden der Gesellschaft und den beiden Professoren Neumann und Kaplony vom Institut unterzeichnet wurde.

Eckdaten der Zusammenarbeit
zwischen den Freunden islamischer Kunst und Kultur, e.V. und dem Institut für den Nahen und Mittleren Osten der LMU

  1. Die Freunde islamischer Kunst und Kultur e.V. und das Institut für den Nahen und Mittleren Osten der LMU unterstützen sich gegenseitig in ihren Anliegen. Die Freunde sind der offizielle Freundes- und Förderkreis des Instituts.
  2. Als äußeres Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit bestimmen beide Seiten einen ständigen Ansprechpartner. [Zur Zeit ist dies auf Seiten der Freunde Herr Max Leonhard, auf Seiten des Instituts Prof. Dr. Andreas Kaplony]. Der Vorstand der Freunde ist zu allen besonderen Veranstaltungen des Instituts (Gastvorträgen, Semesteranfangsanlässen, Institutsfesten usw.) eingeladen.
  3. Die Freunde betten die Arbeit des Instituts in einen weiteren gesellschaftlichen Rahmen ein. Sie kündigen wichtige Veranstaltungen des Instituts in ihren Medien an.
  4. Die Freunde unterstützen das Institut in der Begleitung der akademischen Gäste.
  5. Die Freunde fördern punktuell das Studium von Studenten (auch der LMU), in erster Linie durch die Verleihung des Annemarie-Schimmel-Preises für hervorragende Dissertationen. Das Institut unterstützt die Freunde in der Auswahl der Preisträger.
  6. Fallweise übernehmen die Freunde auf Antrag Reisespesen von Institutsmitarbeitern und Studenten. Diese berichten dann in den Mitteilungen der Freunde über ihre Reise.
  7. Die Freunde bieten den Studenten und Mitarbeitern des Instituts, im Hinblick auf deren Stellensuche, einen Rahmen der Begegnung mit Berufsleuten im Bereich des Nahen und Mittleren Ostens. Insbesondere bemühen sie sich um die Vermittlung von Praktika und Volontariaten.
  8. Die Freunde bieten den ehemaligen Studenten und Mitarbeitern des Instituts nach Möglichkeit einen Rahmen, in dem diese den Kontakt miteinander und mit dem Institut halten können.
  9. Das Institut vermittelt den Freunden den Kontakt zur aktiven Forschung und Lehre und weist hin auf Neuerscheinungen, Ausstellungen, Konferenzen und sonstige relevante Veranstaltungen. Das Institut berichtet gelegentlich in den Mitteilungen der Freunde über laufende Projekte.
  10. Das Institut ermuntert die Studenten und Mitarbeiter, den Freunden beizutreten.
  11. Das Institut bindet die Freunde in seine Website ein.
  12. Die Freunde und das Institut arbeiten fallweise bei der Organisation von Anlässen zusammen.

Diese Vereinbarung soll aufgrund der bisherigen positiven Erfahrung zu einer beiderseitigen Unterstützung beitragen. Die weitere Entwicklung wird zeigen, wie diese Absicht umgesetzt und aktiv gestaltet werden kann. Ohne eine zusätzliche formelle Vereinbarung, jedoch im Sinne derjenigen mit dem Nahostinstitut besteht selbstverständlich auch weiterhin eine intensive Kooperation mit unserem Kuratoriumsmitglied Prof. Avinoam Shalem vom Kunsthistorischen Institut der LMU. Mit dem neuen Lehrstuhlinhaber für Spätantike und arabische Philosophie, Prof. Dr. Peter Adamson, werden wir Kontakt für eine Zusammenarbeit aufnehmen.

2. Die Geschichte des Instituts
Einzelheiten kann man auf der Website des Instituts nachlesen; dort findet man auch Literaturhinweise zu den einzelnen Persönlichkeiten.

Das heutige Institut geht zurück auf die Zusammenlegung des Instituts für Semitistik (1906-2007) und des Instituts für Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie (1948-2007) zum Institut für den Nahen und Mittleren Osten (seit 2007).

2.1 Das ehemalige Institut für Semitistik
wird in frühester Zeit repräsentiert durch die Namen Ernst Trump, der von 1874-1885 Professor für semitische Sprachen war und Ende der 1870er Jahre eine orientalische Seminarbibliothek anlegte.

Sein Nachfolger Fritz Hommel war zunächst (1885) Extraordinarius für semitische Sprachen und betreute von 1892-1925 das Institut als Ordinarius. In dieser Zeit (1906) erfolgte die Gründung des Seminars für semitische Philologie durch Ministerialbeschluss.

1907 wurde unter Hommels Ägide Muhammad Iqbal während dessen kurzen Aufenthaltes in Deutschland promoviert (s. „Geförderte Publikationen“ in dieser Website). Agathe Hommel, eine Enkelin von Fritz Hommel, die sich u.a. bei Ausgrabungen in Milet verdient gemacht hat, ist noch heute Mitglied unserer Gesellschaft.

In der Zeit von 1926-1933 war Gotthelf Bergsträßer Ordinarius für orientalische Sprachwissenschaft und Philologie. Ihm folgte 1933 Otto Pretzl (zunächst als Vertreter Bergsträßers), dann 1934 Extraordinarius für orientalische Sprachen; 1935-1941 Ordinarius.

Zu erwähnen ist dann noch Wilhelm Hengstenberg, 1928 außerplanmäßiger Professor für Philologie des christlichen Orients, 1939 Extraordinarius und von 1947-1953 planmäßiger Extraordinarius war.

Einer der großen Namen in der Orientalistik ist Anton Spitaler (1910-2003), der seit März 1947 Privatdozent für Semitistik war, im November 1947 Extraordinarius wurde und von 1948-1978 dem Institut als Ordinarius angehörte. Er widmete seine Arbeit vor allem der Erforschung des klassischen Arabisch. 1966 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt und ab 1978 war er Vizepräsident der Akademie. Seit 1973 war er korrespondierendes Mitglied der School of Oriental and African Studies in London. 1978 erhielt er die Ehrendoktorwürde (Dr. phil.h.c.) der Hebräischen Universität Jerusalem und 1993 den Maximiliansorden für Kunst und Wissenschaft der Bayerischen Staatsregierung.

Stefan Wild widmete ihm einen Nachruf in ZDMG 2006, SS.1 ff. Unser Mitglied Prof. Paul Kunitzsch würdigte in im Jahrbuch 2003 der Akademie.

In der Reihe der Professoren für Semitistik und Arabistik finden sich neben Paul Kunitzsch noch die Namen von Julius Aßfalg, Leo Prijs, Adolf Denz, Rainer Degen, Michel Van Esbroeck, Reinhard Weipert, Franz-Christoph Muth und schließlich Hans-Georg von Mutius, der heute noch als Professor für Judaistik dem Institut angehört.

2.2 Der zweite „Ast“,
aus dem das heutige Institut hervorging, ist das ehemalige Institut für Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie.

Es bestand seit 1948 und hatte gleich zu Beginn den berühmten Gelehrten in der Osmanistik und Turkologie, Franz Babinger (1891-1967), als Exponenten. Babinger war von 1948 bis 1955 Professor für Geschichte und Kultur des Nahen Orients und Turkologie und von 1955-1958 Ordinarius. Auch mancher Laie kennt sein Buch MEHMED der Eroberer und seine Zeit, 1953 in erster Auflage in München erschienen. Ungezählt sind seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Babinger war Mitglied der Accademia dei Lincei und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Ihm folgte als Ordinarius von 1959 bis 1980 Hans Joachim Kißling.

Sein Schüler war unser 1937 geborenes Ehrenmitglied Hans Georg Majer, der dem Institut von 1981-2002 als Ordinarius für Geschichte und Kultur des Nahen Orients und Turkologie und Institutsdirektor angehörte. Ihm zur Seite stand Suraiya Faroqhi, von 1988-2008 Extraordinaria für Osmanistik, jetzt in Istanbul lehrend. Am Institut lehrten ferner Maurus Reinkowski / Sabine Prätor / Ralf Elger / Stephan Guth / Lutz Rzehak, 2003-2004 / 2004 /2004-2005 / 2005-2006 / 2006-2007 als Vertretungsprofessoren für Geschichte und Kultur des Nahen Orients und Turkologie.

2.3 Im Jahr 2007
wurden die bisherigen zum heutigen Institut für den Nahen und Mittleren Osten mit seinen 4 Säulen vereinigt

  • Arabistik: Prof. Dr. Andreas Kaplony, Lehrstuhl für Arabistik und Islamwissenschaft
  • Judaistik: Prof. Dr. Dr. Hans Georg von Mutius, Professur für Judaistik
  • Iranistik: bis einschl SS 2013 Vertretungsprofessur Dr. Heidi Walcher
  • Turkologie: Prof. Dr. Christoph K. Neumann, Lehrstuhl für Turkologie.