Annemarie Schimmel-Preis

Artikel vom 19. Februar 2012 zuletzt geändert am 6. Juli 2016

Die Gesellschaft verleiht etwa alle zwei Jahre den von ihr gestifteten Annemarie Schimmel-Preis. Der Preis honoriert herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler, die sich mit der Kunst und Kultur der islamischen Welt befassen.

Frau Professor Annemarie Schimmel

Frau Professor Annemarie Schimmel

Die Gesellschaft ehrt damit auch ihr am 26. Januar 2003 verstorbenes Ehrenmitglied Frau Professor Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Annemarie Schimmel und wird zugleich dem großen Anliegen der bedeutenden Orientalistin gerecht, „den Blick auf die kulturellen Werte des Islam zu richten“, um der Verwechslung des Islam mit dem modernen Fundamentalismus zu begegnen.

Wir veranstalten die Preisverleihung in Zusammenarbeit mit den fachnahen Instituten der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Münchner Zentrum für Islamstudien (MZIS). Die Ausstattung des Preises mit – grundsätzlich – 1500 Euro wird von privaten Spendern ermöglicht.

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Den Preis erhielt am 23. Januar 2008 zum ersten Mal während einer Feierstunde in der Ludwig-Maximilians-Universität, München,

Frau Dr. Sonja Mejcher-Atassi, Beirut

für Ihre Dissertation, Faszination Buch. Moderne arabische Literatur und Kunst im Austausch. Nach einer Begrüßung durch den Ersten Vorsitzenden der Gesellschaft, Herrn Max Leonhard, sprach Herr Dr. Ulrich Nolte (Verlag C.H.Beck) über seine Begegnung mit Annemarie Schimmel. Die Laudatio hielt Herr Professor Dr. Claus-Peter Haase, Direktor des Museums für Islamische Kunst Berlin. Danach stellte die Preisträgerin in einem Vortrag ihre Arbeit vor.

Zum zweiten Mal wurde der Preis am 8. Februar 2010 während einer Veranstaltung im Staatlichen Museum für Völkerkunde, München, an

Herrn Christoph Knüttel M.A., München

übergeben. Der junge Wissenschaftler hat sich am Institut für den Nahen und Mittleren Osten der LMU mit der in der Wissenschaft nicht gänzlich geklärten Gestalt der Stadt Bagdad beschäftigt. Herr Professor Dr. Claus-Peter Haase würdigt in seiner Laudatio nicht zuletzt die Courage von Herrn Knüttel, nach eingehenden Studien zeitgenössischer Textquellen ein von der bisherigen Sichtweise abweichendes Bild der Stadtgestalt zu entwerfen. Der Preisträger stellte seine Arbeit unter dem Titel Bagdad – von Gott geschenkt. Die Stadt der Könige und Kalifen in einem Referat vor.

Die dritte Preisverleihung fand am Montag, dem 23. Januar 2012 um 19 Uhr im Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaft (IBZ), Amalienstraße 38 in 80799 München statt. Der diesjährige Preisträger ist

Herr Dr. Matthias Graf, Bern

dessen Dissertation über die Popmusik Ägyptens und des Libanon aus dreizehn eingereichten Arbeiten, die ganz überwiegend ein hohes Niveau erreichten, als preiswürdig ausgewählt wurde. Der 35-jährige Wissenschaftler ist nach seinem Studium in Kairo und Bern seit 2006 als Sprachassistent für Arabisch am Institut für Islamwissenschaft und neuere Orientalische Philologie der Universität Bern tätig.

Die Laudatio hielt Herr Professor Dr. Andreas Kaplony, Ordinarius für Arabistik und Islamwissenschaft am Institut für den Nahen und Mittleren Osten an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Den Text der Laudatio, ausgestattet mit zwei Fotos des Preisträgers, können Sie → hier lesen.

Nach der Preisverleihung sprach Matthias Graf in seinem Vortrag über das Thema Exkursion in die Text- und Klangwelten der Popmusik Ägyptens und des Libanon. Er verdeutlichte selbst mit kurzen Passagen auf Oud und Tabla charakteristische Melodien und Rhythmen der untersuchten Popmusik. Die Gesellschaft lud anschließend zu einem kleinen Empfang.

Annemarie Schimmel Preis Logo

Annemarie Schimmel Preis Logo

Eine Zusammenfassung des Vortrags von Herrn Graf  brachten die Mitteilungen der Gesellschaft 2/2012. Wir senden Ihnen gerne diesen um einige Literaturhinweise ergänzten Text, wenn Sie ihn per E-Mail anfordern: wpich@web.de.

Die Dissertation ist inzwischen in der Reihe Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften zum Preis von 85 € beim Ergon-Verlag,  Keesburgstraße 11, 97074 Würzburg erschienen: Mazzîkâ! – Eine arabistisch-ethnomusikologische Exkursion in die Text- und Klangwelten der Popmusik Ägyptens und des Libanon von ihren Anfängen bis heute.

Für Fragen zu seiner Arbeit steht Herr Dr. Graf gerne zur Verfügung; bitte wenden Sie sich an ihn per E-Mail: magraf@islam.unibe.ch.

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Der Annemarie Schimmel-Preis 2014 für die beste Dissertation wurde am 2. Juni 2014 verliehen an
Dr. Tilmann Trausch, München.
Der Preisträger berichtete über seine Arbeit im Vortrag
Die singende Nachtigall im Garten des Sinns: Geschichtsschreibung im Umfeld iranischer Herrscherhöfe des 16. Jahrhunderts

Der Johann Albrecht Widmannstetter-Preis 2014 für die beste Magisterarbeit wurde verliehen an
Veronika Hager M.A., Berlin.
Die Preisträgerin berichtete über ihre Arbeit im Vortrag
Die Laienspielerin und das makellose Picknick. Islamischer Feminismus im historischen Vergleich

Laudationes
Prof. Dr. Andreas Kaplony Lehrstuhl für Arabistik und Islamwissenschaft
Prof. Dr. Christoph Neumann Lehrstuhl für Turkologie
an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Zur Auslobung des Annemarie Schimmel-Preises 2014 wurden insgesamt vierzehn Dissertationen und Magisterarbeiten aus Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz und den USA eingereicht. Alle hatten ein sehr beachtliches Niveau.
Um im gebotenen Qualitätsvergleich Magisterarbeiten gegenüber Dissertationen nicht zu benachteiligen, ist die Gesellschaft der Anregung der Jury (Fachgelehrte der Universitäten Berlin und München) gefolgt und würdigte Magisterarbeiten erstmalig separat mit dem Johann Albrecht Widmannstetter-Preis. Der Annemarie Schimmel-Preis wurde 2014 zum vierten Mal verliehen.
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Kürzlich hat die Gesellschaft in Mitteilungen an mehr als ein Dutzend Hochschulen in Deutschland die Preise für 2017 erneut ausgeschrieben. Der Annemarie Schimmel-Preis ist diesmal unverändert mit 1.500 € und der Johann Albrecht Widmanstetter-Preis mit 500 € dotiert.
Die Bewerbungen sind bis zum 30. Januar 2017 zu richten an den Vorstand der Gesellschaft z.Hdn. von
Herrn Max Leonhard, Hindingerstr. 7, 83278 Traunstein.
Dabei sind die in der Satzung des Preises angegebenen Kriterien zu beachten.