Mittwoch 7. Oktober
Anatolische Teppiche im Völkerkundemuseum Dresden
Der Vortrag ist einer Sammlung anatolischer Teppiche gewidmet, die Dr. Michael Buddeberg über gut vierzig Jahre zusammengetragen hat. Im Fokus stehen anatolische Dorf- und Nomadenteppiche des 18. und 19. Jahrhunderts.
Während kaukasische Teppiche oft unmittelbar auf den Betrachter wirken, liegt die ästhetische Stärke anatolischer Stücke in feinen Beziehungen zwischen Muster, Farbe und Proportionen, was eine aufmerksame Betrachtung erfordert.
Zudem hat jedes Stück seine eigene, oft bemerkenswerte Erwerbsgeschichte.
19.30 – 20.30 Uhr, Völkerkundemuseum Dresden
https://voelkerkunde-dresden.skd.museum/forschung/teppichabende

Donnerstag 8. Oktober
Prof. Dr. Leila Rahimi Bahmany, LMU München: Die Dichterin Forough Farrokhzad – Poetik und Wahnsinn in der iranischen Moderne
Forough Farrokhzad (1935–1967) gilt bis heute als die bekannteste und ikonoklastischste Dichterin des modernen Iran. Durch Übersetzungen in zahlreiche Sprachen hat ihre Lyrik weit über den persischsprachigen Raum hinaus internationale Resonanz gefunden. Wie viele Frauen ihrer Generation gerät auch Farrokhzad in einen Zustand dessen, was häufig als weiblicher Wahnsinn bezeichnet wurde. Der Vortrag zeigt jedoch, dass dieser vermeintlich feminine Wahnsinn vielmehr als Ausdruck eines umfassenderen gesellschaftlichen Wahnsinns der Epoche zu lesen ist.
Frau Prof. Dr. Leila Rahimi Bahmany ist seit 2025 Gastprofessorin für Iranistik am Institut des Nahen und Mittleren Ostens der LMU.
18:15Uhr, Veterinärstr 1, Raum 009

Freitag, 9. Oktober
„Des Paradieses Töne“ – Arabische Lyrik in deutscher Sprache
auch in diesem Jahr ist der Sheikh Zayed Book Award auf der Frankfurter Buchmesse (Halle 5.1 / B13) vertreten und lädt zu zwei besonderen literarischen Gesprächen auf der DIALOGUE STAGE ein. Im Mittelpunkt stehen die Kraft klassischer arabischer Literatur in zeitgenössischen Übersetzungen sowie die Arbeit preisgekrönter Autor:innen und Übersetzer:innen.
Termin: Freitag, 9. Oktober 2026, 17:00–18:00 Uhr
Ort: DIALOGUE STAGE, Frankfurter Buchmesse, Frankfurt am Main
Mit: Stefan Weidner, Islamwissenschaftler, Autor und Übersetzer; Claudia Ott, Arabistin, Übersetzerin und Musikerin
Moderation: Christian Junge, Arabist und Islamwissenschaftler
Was können uns Gedichte erzählen, die vor rund 1500 Jahren auf der Arabischen Halbinsel entstanden sind? Und was lässt sich in vermeintlich bekannten Geschichten wie Tausendundeiner Nacht durch eine neue Übersetzung entdecken? Die klassische arabische Literatur gehört zu den großen Traditionen der Weltliteratur und ist im deutschen Sprachraum dennoch erstaunlich wenig bekannt. Ambitionierte neue Übersetzungen machen ihre sprachliche Kraft, ihre Bilder und ihre mitunter überraschende Gegenwärtigkeit erfahrbar.
Stefan Weidner (Preisträger 2026 in der Kategorie „Arabische Kultur in anderen Sprachen“) stellt seinen Band Der arabische Diwan. Die schönsten Gedichte aus vorislamischer Zeit vor, Claudia Ott (Nominierte 2025) spricht über ihre Neuübersetzungen von Tausendundeiner Nacht. Ein Gespräch über die Kunst des Übersetzens, die gesellschaftliche Bedeutung von Poesie und die Rolle von Initiativen wie dem Sheikh Zayed Book Award.
Human Ingenuity: Writing Characters to Remember
Termin: Samstag, 10. Oktober 2026, 16 Uhr
Ort: DIALOGUE STAGE, Frankfurter Buchmesse, Frankfurt am Main
Mit: Ashraf Elashmawy, ägyptischer Autor und SZBA-Literaturpreisträger 2026; Peter Daniel, Übersetzer seiner Werke ins Englische (AUC Press)
Moderation: Cornelia Wegerhoff, Journalistin und Kulturreporterin
Der preisgekrönte ägyptische Autor Ashraf Elashmawy (Preisträger 2026 in der Kategorie „Literatur“) im Gespräch mit seinem Übersetzer Peter Daniel über die Entstehung seiner eindringlichen Figuren, die Tradition des arabischen Realismus, neue Erzähltechniken und die dokumentarische Perspektive eines packenden literarischen Werks.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Interesse an den Veranstaltungen haben. Gerne vermitteln wir auch Interviews mit den Teilnehmenden oder dem Team des Sheikh Zayed Book Award und stehen bei Rückfragen zur Verfügung.
Wir freuen uns auf den Austausch und darauf, Sie auf der Frankfurter Buchmesse zu begrüßen!
Samstag 10. Oktober
Lichterweg: Mach Dich auf für Menschlichkeit!
Zum vierten Mal rufen die Freunde Abrahams um den Jahrestag des 7. Oktober 2023 zum Ausdruck
von Fassungslosigkeit, Trauer und dem Verlangen nach Frieden für die Menschen
in Israel, Palästina, dem Heiligen Land, in der Ukraine, im Sudan, im Libanon, im
Iran, im Jemen und an allen Schauplätzen von Kriegen und Gewalt zu einem
Schweigemarsch auf.
Viele Menschen wollen dem Geschehen auf der Welt etwas entgegensetzen. Doch
sinnvoll tun können wir wenig. Ehrliche Gespräche werden weiterhin verweigert. Wir
wollen deshalb – wie in den vergangenen Jahren – schweigend durch München
ziehen, mit nichts anderem als Kerzenlichtern. Keine Grußworte, keine Reden, keine
Fahnen, Schilder, Parolen, Flugblätter usw.
Nur miteinander gehen und schweigen.
‚Mach dich auf!‘ (hebräisch lech-lecha) hat Gott von Abraham und Sarah eingefordert. Man kann allen Religionen oder keiner angehören, um sich davon
angesprochen zu fühlen. Die Freunde Abrahams sind eine Gesellschaft für religionsgeschichtliche Forschung und interreligiösen Dialog, ausgezeichnet mit dem
Förderpreis der Münchner Lichterkette und dem Bürgerpreis des Bayerischen
Landtags. Unser Motto: ‚Religion verpflichtet zur Offenheit!‘. Wir laden alle ein,
schließen niemanden aus, die dieses Zeichen miteinander setzen wollen. Der
Lichterweg 2026 wird gemeinsam mit dem Haus der Kulturen und Religionen
München veranstaltet.
Der ‚Weg der Stille bewegt sich von der Feldherrnhalle am Odeonsplatz über die
Ludwigstraße, Von-der-Tann-Straße, Prinzregentenstraße, Luitpoldbrücke zum
Friedensengel.
Bitte selbst Lichter/Kerzen mit Windschutz mitbringen. Bitte KEINE Fahnen, Schilder,
Flugblätter etc.!
Veranstalter: Freunde Abrahams e.V. und Haus der Kulturen und Religionen
München e.V.
19 Uhr Feldherrenhalle, Odeonsplatz
Donnerstag 29. Oktober
Die Jurte
im Rahmen derAusstellung „Die Jurte“ veranstalten die Teppichfreunde am 29. Oktober ein Abendprogramm, zu dem sie Sie herzlich einladen. Kommen Sie vorbei und lernen Sie die symbolische und ästhetische Welt der Jurte kennen. Lassen Sie sich von den Farben, Formen und Klängen inspirieren!
Das Programm des Abends:
18:30 Uhr: Einlass und Begrüßung
19:00 Uhr: Einführung in die Ausstellung mit begleitender Diashow
19:45 Uhr: Konzert von Frau Elshan Ghasimi
Im Anschluss: Raum für persönliche Gespräche bei Getränken und kleinen Snacks
Ort: Pariser Str. 44, 10707 Berlin
Donnerstag 5. November
Christian Erber, München: „Ein Blütenstern kommt selten allein – Stickereien aus den Oasenstädten Zentralasiens“
Unter Verwendung von etwa 80 Folien wird Christian Erber in einer powerpoint Präsentation über diese Stickereien — mit einem kleinen Exkurs zu der Region, in der diese SUZANIS entstanden sind — berichten und die Faszination aufzeigen, die von diesen textilen Kunstwerken ausgeht.
Christian Erber ist Mitbegründer der Gesellschaft der Freunde Islamischer Kunst und Kultur und war lange im Vorstand der Gesellschaft tätig.
18:15Uhr, IBZ, Amalienstr. 38

Samstag 07. November
Workshop Ebrukunst – Marmoriermalerei
Ebru ist die Jahrhunderte alte Kunst des Malens auf Wasser im orientalischen Kulturraum und verbindet Kreativität mit Achtsamkeit. In diesem Kurs entdecken Sie die Grundlagen dieser traditionellen Technik. Schritt für Schritt lernen Sie den Umgang mit Farben und Werkzeugen; aus sanften Bewegungen entstehen einzigartige Muster. Dabei entstehen ausdrucksstarke Bilder mit fließenden Formen und harmonischen Farbkompositionen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Herzliche Einladung zur Teilnahme auch für Nicht Mitglieder!
Kursleitung Herr Faruk Demir,
Teilnahmegebühr p. P. € 15.-, Mindestteilnehmerzahl 8 Personen.
Verbindliche Anmeldung bis 15.9. bei Doris Behr, tel. 089 28 80 67 63 oder vorstand@freunde-islamischer-kunst.de.
11 – 15 Uhr, IBZ, München, Amalienstr. 38
Samstag 07. November
Mandana Bender – Buchmalereien im Museum Fünf Kontinente
Frau Bender lädt ein zu einer besonderen Führung im Museum Fünf Kontinente zu Buchmalereien.
11 Uhr, Museum Fünf Kontinente
Donnerstag 26. November
Dr. Hayk Martirosyan, Potsdam: Humanismus und christliche Barmherzigkeit – Geschichte der deutschen Missionen für die Armenier im Osmanischen Reich 1896–1919
Auf die in den Jahren 1894–1896 im Osmanischen Reich an den Armeniern verübten Massaker reagierten die deutschen Missionen sowie die deutsche Öffentlichkeit mit einem beispiellosen Ausmaß an christlicher Barmherzigkeit. Die deutschen Missionen gründeten für die Armenier im Osmanischen Reich moderne Waisenhäuser, Schulen, Krankenhäuser und Werkstätten. Ab 1915 waren sie Zeugen des Völkermordes an den Armeniern. Trotz der Vernichtungspolitik des Osmanischen Reiches, einem verbündeten des Deutschen Kaiserreiches im Ersten Weltkrieg, gelang den deutschen Missionaren weitgehend, ihre christliche Nächstenliebe nochmal zu beweisen und ihre Missionsstationen in den Inseln des Humanismus und der Rettung zu verwandeln. Dr. Hayk Martiyosyan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungseinrichtung Lepsiushaus, Potsdam.
18:15Uhr, Veterinärstr 1, Raum 009

Donnerstag 10. Dezember
Johanna Moussian, M.A. Wien: „Der Mihrab – Die Entstehung der Gebetsnische in der islamischen Sakralarchitektur“
Der mihrab gehört heute zu den prägendsten Elementen islamischer Sakralarchitektur. Doch wann und warum entstand die Gebetsnische in ihrer heute bekannten Form? Der Vortrag untersucht ihre Entstehung und frühe Entwicklung unter den Umayyaden und hinterfragt dabei die verbreitete Annahme, dass ihre Funktion primär in der Orientierung der Betenden lag. Anhand ausgewählter frühislamischer Bauten wird der mihrab vielmehr als symbolisch und politisch aufgeladener Ort betrachtet, der im Kontext religiöser, kultureller und herrschaftlicher Transformationsprozesse eine zentrale Rolle spielte.
Frau Moussian absolvierte ihr Bachelorstudium der Kunstgeschichte an der Uni Tübingen von 2018-2022; Masterstudium Kulturmanagement PH Ludwigsburg 2022-2025. Aktuell ist sie im Masterstudium Kunstgeschichte an der Uni Wien.
18:15Uhr, Veterinärstr 1, Raum 009
