Donnerstag 18. Juni
Christiane Giesen: Die Märchenbaronin Elsa Sophia von Kamphoevener – eine berühmte Erzählerin türkischer Märchen
Elsa Sophia von Kamphoevener wurde berühmt durch ihre Rundfunkübertragungen als Erzählerin türkischer Märchen, die sie, wie sie angab, an nächtlichen Feuern der Karawanen gesammelt hat; dazu trugen auch ihre zahlreichen Publikationen bei. Am bekanntesten ist die Märchensammlung „An Nachtfeuern der Karawan-Serail“ in mehreren Bänden. Elsa von Kamphoevener wuchs als Tochter des später in den Adelsstand erhobenen Paschas Louis von Kampenhoevener in Konstantinopel auf und kam in enge Berührung mit der türkischen Kultur, die Grundlage ihrer Märchenerzählungen darstellt. Erst später wurde die tatsächliche Lebensgeschichte der Erzählerin aufgedeckt. Die letzten 12 Jahre ihres ungewöhnlichen und aufregenden Lebens verbrachte sie in Marquartstein im Chiemgau. Nach dem Vortrag wird die ausgebildete Märchenerzählerin Irmelind Klüglein ein Märchen von Elsa von Kamphoevener erzählen.
Christiane Giesen, ehemalige Gymnasiallehrerin, ist Autorin und Kulturjournalistin für diesüdostbayerischen Medien.
18Uhr, Veterinärstr 1, Raum 009
Donnerstag 9. Juli
Festvortrag Gershom Scholem – Visualisierungen des Göttlichen
Die jüdische Kunst kennt keine anthropomorphe Gottesdarstellung, also keine Darstellung Gottes in menschlicher Gestalt. Wie der jüdische Gelehrte Maimonides im 12. Jahrhundert klar formulierte, gilt bereits die Vorstellung eines anthropomorphen Gottes als schwere Sünde. Vor dem Hintergrund seiner streng rationalistischen Weltanschauung konnte sich Maimonides nicht vorstellen, dass jüdische Gelehrte jemals in solchen anthropomorphen Kategorien über Gott denken würden. Die jüngere Forschung hat jedoch wiederholt gezeigt, dass sich auch in rabbinischen Texten durchaus Ansätze von Anthropomorphismus finden lassen. In der jüdischen Mystik des Mittelalters wird schließlich häufig mit anthropomorphen Vorstellungen gearbeitet, wenn es um Beschreibungen des Göttlichen geht.
Der Vortrag widmet sich der Frage, wie sich diese unterschiedlichen Diskurse auf die Darstellung des Göttlichen in der jüdischen bildenden Kunst ausgewirkt haben. Zunächst wird erläutert, wie das biblische Bilderverbot zu verstehen ist und wie es in der mittelalterlichen Exegese interpretiert wurde. Demnach kann das Göttliche selbst nicht visualisiert werden. Göttliches Eingreifen hingegen wurde in künstlerischen Darstellungen immer wieder anschaulich gemacht: von der besonders in der spätantiken jüdischen Kunst häufig gezeigten Hand Gottes über göttliche Lichtstrahlen, die das Schöpfungswerk bewirken, bis hin zu Umschreibungen des Gottesnamens, die in künstlerische Kompositionen integriert wurden. Auch die im Hohelied allegorisch beschriebene göttliche Liebe fand bildliche Ausdrucksformen. Anhand ausgewählter Beispiele werden diese Konzepte vorgestellt und in ihrem jeweiligen historischen und theologischen Kontext analysiert.
18 Uhr, Kaulbachstr. 15
Im Anschluss an den Festvortrag lädt die Abteilung für Judaistik zu einem Empfang ein.
U. A. w.g. bis 02.07.2026 an jac@culture.lmu.de

Sonntag 12. Juli Museum 5 Kontinente
Am 12. Juli 2026 jährt sich zum 100. Mal der Tag, an dem unser Museum sein heutiges Domizil bezogen hat. Was einst im Galeriegebäude im Hofgarten seinen Anfang nahm, fand 1926 seinen dauerhaften Platz im repräsentativen Bau an der Maximilianstraße und ist seither fester Bestandteil der Münchner Museumslandschaft.
Dieses besondere Jubiläum möchten wir mit Ihnen feiern: mit einem großen, bunten Fest für alle. Ob als langjährige Freundinnen und Freunde des Hauses, als neugierige Erstbesucherinnen und Erstbesucher oder als treue Stammgäste aus der Nachbarschaft – wir freuen uns über Ihr Kommen.
Es erwarten Sie unter anderem Live-Musik in den Dauerausstellungen, ein Poetry-Slam im neu gestalteten disKursraum, Street-Art von Fio Silva und Sake ink, eine eindrucksvolle Müllmasken-Performance mit Eddy Ekete sowie ein moderierter Blick hinter die Kulissen des Museums. Für unser junges Publikum bieten wir zudem Graffiti-Workshops zusammen mit dem Kunstlabor 2 und eine Museumsrallye an.
Auch der Museumsgarten lädt zum Verweilen ein: Er öffnet an diesem Tag eigens seine Türen und bietet Gelegenheit, bei Getränken und kleinen Speisen aus dem Café Vista sowie dem Foodtruck La Cometa zu entspannen. Kommen Sie vorbei, bringen Sie Familie, Freundinnen und Freunde mit – und feiern Sie bei freiem Eintritt mit uns ein Jahrhundert Museum Fünf Kontinente an der Maximilianstraße.
Programm für alle
- 14 Uhr I Foyer
Feierlicher Anschnitt der Geburtstagstorte zum 100-jährigen Jubiläum mit Museumsdirektorin Dr. Uta Werlich - 14.30 Uhr I Im und außerhalb des Museums
Performance des kongolesischen Künstlers Eddy Ekete mit einer aus Müll gefertigten Maskenkostüm-Neuschöpfung - 15–16 Uhr I disKursraum im 2. OG
Poetry-Slam »Aus Bayern in die Welt« mit Rune Vollbehr, Moses Wolff und Pegah Meggendorfer - 16 Uhr I disKursraum im 2. OG
Podiumsgespräch »Wer arbeitet im Museum Fünf Kontinente – Blick hinter die Kulissen« moderiert von Susanne Hermanski - ab 10 Uhr I Außenmauer an der Gebäuderückseite (Knöbelstraße, Ecke Thomas-Wimmer-Ring)
»Un seul jardin – Ein einziger Garten«
Gestaltung einer Doppelwand durch die beiden Street-Art-Kunstschaffenden Fio Silva und Sake ink - 10–18 Uhr I Weißraum im 2. OG
Ausstellung von Virtual-Reality-Arbeiten des XR Hub Bavaria in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Architekturinformatik der TUM: Erleben Sie Objekte aus dem Museum Fünf Kontinente im virtuellen Raum - 10–18 Uhr I Weißraum im 2. OG
Partizipatives Pop-Up-Archiv Museum Fünf Kontinente #OurMFK: Beteiligen Sie sich mit Ihrem Beitrag an unserer wachsenden Medienwand! - 18–21 Uhr | Unter den Arkaden
München Altın Gün – Get-Together gemeinsam organisiert mit Batuhan Ezer von Türkenstraße
Programm speziell für Kinder und Familien - 10.30 Uhr / 13.30 Uhr / 16 Uhr I im Museumsgarten
»My statement against racism«
Graffiti–Workshop für Kinder ab 10 Jahren zusammen mit dem Kunstlabor 2
Anmeldung: E-Mail an kunstvermittlung@mfk-weltoffen.de
Kosten: 7 € Materialgeld - 11–13 Uhr I Im ganzen Haus
»Was ist gleich? Was ist anders?«
Spannende Museumsrallye für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung einer erwachsenen Person (120 Min mit kleiner Pause)
Anmeldung: Keine Anmeldung erforderlich - 14–17 Uhr I Werkstatt der Kulturen im 1. OG
»Wir gestalten ein farbenprächtiges Mosaikbild«
Offener Kinderworkshop mit Mai Han Bergmann für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung einer erwachsenen Person
Anmeldung: Keine Anmeldung erforderlich
Kosten: 7 € Materialgeld
Kurzführungen durch die Ausstellungen - 11 Uhr I Dauerausstellung Subsahara-Afrika im 2. OG
Dialogführung mit dem Kurator Dr. Stefan Eisenhofer und Eddy Ekete zur Bedeutung von Maskenkostümen in afrikanischen Gesellschaften - 11.30 Uhr I Sonderausstellung Krishna. Religion. Kunst und Popkultur im 1. OG
Kurzführung mit der Kuratorin Anne Hartig Ph.D./J.N. Univ. Neu-Delhi über die Krishna-Schaukel - 13.30 Uhr I Freskensaal im 1. OG
Kurzführung mit dem Provenienzforscher PD. Dr. Richard Hölzl über ein Fresko, das den Nürnberger Patrizier Martin Behaim zeigt - 14.30 Uhr I Dauerausstellung Subsahara-Afrika im 2. OG
Kurzführung mit dem Provenienzforscher PD. Dr. Richard Hölzl über eine Antilopen-Maske aus Tansania - 15 Uhr I Sonderausstellung Krishna. Religion. Kunst und Popkultur im 1. OG
Kurzführung mit der Kuratorin Anne Hartig Ph.D./J.N. Univ. Neu-Delhi über einen kunstvoll gestalteten Tempelbehang (Pichwai) - 15.30 Uhr I Freskensaal im 1. OG
Kurzführung mit dem Provenienzforscher PD. Dr. Richard Hölzl über ein Fresko, das den Nürnberger Patrizier Martin Behaim zeigt - 17 Uhr I Dauerausstellung Südwestasien und Nordafrika im 1. OG
Kurzführung mit der Kuratorin Dr. Anahita Mittertrainer über ein Aquamanile in Hirschform
Musik - 12–18 Uhr I Foyer
Beats von DJ Süperfly - 13 Uhr I Dauerausstellung Subsahara-Afrika im 2. OG
Musikalisches Programm mit dem nigerianischen Popsänger Prince White (in Kooperation mit Bellevue di Monaco) - 14 Uhr I Dauerausstellung Südwestasien und Nordafrika im 1. OG
Live-Musik mit Gora Mohamed (in Kooperation mit Bellevue di Monaco)
Kulinarik und Chillout-Area - 10–18 Uhr I Museumscafé Café Vista
feine Kuchen, Speisen und Getränke - 11–18 Uhr I Museumsgarten
Food Truck La Cometa mit mexikanischen Spezialitäten und Getränken
Änderungen vorbehalten.
Donnerstag 16. Juli
Spurensucherinnen in Iran und Afghanistan: von Fotografien, „failed states“ und Frauen im Krieg. Salome Gandji, Magdalena Hackl und Alice Zanini. Idee und Moderation: Dr. Sarah Kiyanrad
Dieser Abend ist drei Nachwuchsforscherinnen und ihren exzellenten BA-Arbeiten gewidmet. Salome Gandji, Magdalena Hackl und Alice Zanini haben im vergangenen Jahr außergewöhnlich gute Abschlussarbeiten zu iranistischen Themen verfasst. Diese möchte ihre Betreuerin Dr. Sarah Kiyanrad an diesem Abend mit ihnen feiern und der Öffentlichkeit präsentieren. Frau Gandji, Frau Hackl und Frau Zanini werden jeweils einen Kurzvortrag über ihre Arbeiten halten. Im Anschluss besteht Gelegenheit für Publikumsfragen.
18:15Uhr, Veterinärstr 1, Raum 009
