Jürgen Frembgen Megacities Trilogie

Artikel vom 02. Januar 2026

Jürgen Wasim Frembgen ist Ethnologe, Islamwissenschaftler und Autor; ehemaliger Hauptkonservator und Leiter der Orient-Abteilung am Museum Fünf Kontinente in München; emeritierter Professor für Religions- und Kulturgeschichte des Islam, Ludwig-Maximilians-Universität München; Gastprofessuren in Islamabad, Lahore und Columbus, Ohio; Forschungsreisen nach Pakistan, Iran und Indien; Ausstellungen, zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen über Kulturen der muslimischen Welt und ethnographische Erfahrungsberichte; Lesungen bei internationalen Literaturfestivals.

Gerade ist im Verlag Schiler & Mücke der abschließende Band seiner Megacity-Trilogie erschienen – ethnographische, dichte Erzählungen, die Ethnologie mit Literatur verbinden.

Ein Ort der Zuflucht. Aufzeichnungen aus dem Ghetto einer Megacity

Ein Ort der Zuflucht – das ist seit jeher die Basti Nizamuddin inmitten der überquel­len­den Megacity Delhi. Eine kleine, über­schau­bare Welt, ein urbanes Dorf. Vor allem aber ein Zentrum des Sufi-Islam mit einem der schönsten Heiligenschreine Indiens.
Die ethnogra­­phi­sche, dichte Erzählung ver­mittelt ein pralles Lebens­bild dieses einzig­artigen Pilgerortes, schildert Ge­schich­te und Alltag seiner Bewohner, reli­giöse Rituale, kulturelle Traditionen und außergewöhnliche Begegnungen. Zudem reflektiert der Autor engagiert die Problematik ethnologischer Feld­forschung sowie Fragen von Fremd- und Selbsterfahrung.

»Über die Jahre hat Frembgen das hybride Genre des halb-literarischen ethno­graphischen Buches im deutschsprachigen Raum etabliert. Seine Bücher zählen zur besten zeitgenössischen ethnologischen Literatur im deutschsprachigen Raum.« Marian Brehmer, qantara.de

Bambasa Street

Bambasa Street führt in ein armseliges, von Gangsterbanden und der Drogen-Mafia beherrsch­tes Arbeiterviertel der Hafenstadt Karachi in Pakistan, in dem insbesondere Nachkommen afrikanischer Sklaven und Seeleute leben. Hier, in »Karachis Harlem« schlägt das Herz der wilden kosmo­poli­tischen Megacity, ein Ort glühen­der Vitalität, begeisterter Spielfreude und ekstati­scher Musik und Tanz. Im Mittelpunkt dieser ethnographischen, dichten Erzählung steht ein magischer Heiler und Schamane. Seine Domäne ist die Zwischenwelt der Geister, Dämonen und anderer unsichtbarer Wesen, mit denen er in Trance-Ritualen Kontakt aufnimmt, um sie zu besänftigen und abzuwehren. Eine authentische Milieuschilderung und zugleich ein Buch über den religiösen Untergrund des Islam.

Sufi Hotel 

Sufi Hotel führt ins subkulturelle Milieu von Prostituierten, Bordellmüttern, Tänzerinnen und Sängerinnen, von Freiern und Zuhältern, von Musikern, Derwischen, heiligen Männern und eifernden Klerikern. Die ethnographische, dichte Erzählung spiegelt die soziale Realität, die abgrundtiefen Gegensätze von Arm und Reich und das pralle Leben inmitten der Mega­city Karachi in Pakistan. Sie nimmt uns mit auf den Weg der Sufis und ist gleichzeitig lebensechte Milieu­schilderung aus einer der gefährlicheren Städte der Welt.

Ferner sind von Jürgen Wasim Frembgen kürzlich erschienen:

Bhang – Rauschtrank und Sakraldroge. Zum Gebrauch eines Hanfextrakts im Orient

Cannabis ist eine der ältesten Nutzpflanzen mit sakralem Charakter. In Südasien und anderen Teilen des Orients bis nach Afrika gehört der Gebrauch von Hanfpräparaten in Rausch und Ritual sowie zu Heilzwecken seit jeher zur kulturellen Praxis. Der Umgang mit natürlichen psychoaktiven Substanzen ist daher anders als im Westen, der sich vieles bedenkenlos, ohne eigenen Erfahrungshintergrund von außerhalb aneignet in mystisch-religiöse Bezüge eingebettet und kulturell eingeübt.

Vornehmlich in Indien und Pakistan, aber auch anderswo, wird Cannabis als Bhang getrunken, das je nach Dosierung eine vergleichsweise stärkere Wirkung entfaltet. Die vorliegende Studie widmet sich hanfkundlich ausschließlich der Applikationsart des Trinkens, die bisher kaum untersucht wurde.

Die Magie des Schönen und Staunenswerten. Beiträge zur materiellen Kultur Zentral- und Südasiens

In seinem neuen, reich illustrierten Sammelband stellt der Ethnologe, Islamwissenschaftler und Schriftsteller Jürgen Wasim Frembgen in elf Einzelbeiträgen außergewöhnliche Artefakte der materiellen Kultur Zentral- und Südasiens vor.
Er schreibt über die Faszination und den Zauber dieser Gegenstände und deren kulturelles Bedeutungsgeflecht. Im Sinne der pakistanischen Spruchweisheit „Schönes betrachten ist ein gutes Werk“ legt er sein Augenmerk auf das künstlerisch Schöne und sinnlich Erfahrbare.