DOK-Fest München

Artikel vom 3. Mai 2019 zuletzt aktualisiert am 3. Mai 2019

BEFORE FATHER GETS BACK:
Frankreich, Georgien, Deutschland 2018 – Regie: Mari Gulbiani – Originalfassung: georgisch – Untertitel: englisch

Die Alten sitzen plaudernd am Gartenzaun. Die Kinder in der Schule sind hin und weg von den Stummfilmen, die die Filmemacherin im Unterricht vorstellt. Die Männer der mittleren Generation aber sind aufgebrochen, um in Syrien für Daesh zu kämpfen. Eva und Iman sind Teenager im Pankissi-Tal im Nordosten Georgiens. Hier im beschaulichen Tal des Kaukasus ist die Heimat der Kisten, einer muslimischen Minderheit. Seit dem Tschetschenienkrieg hat der Wahhabismus an Zulauf gewonnen. Begleitet vom Unverständnis der Alten, ziehen ihre Söhne in den Krieg. Auch in ihrer Abwesenheit verlangen die Männer von den Frauen und Töchtern die strikte Einhaltung fundamentalistischer Regeln. Imans und Evas Leben steuert auf einen Scheideweg zu. Ein feinfühliger Coming-of-Age Film, von den Mädchen selbst mit der Kamera eingefangen. Silvia Bauer

Wir präsentieren beim DOK.fest München 2019 die Deutschland-Premiere des Films.

Donnerstag
09.05.2019
21:30
Filmmuseum
OmeU, Filmgespräch mit dt. Co-Produzenten

Samstag
11.05.2019
17:00
Neues Maxim
OmeU

Mittwoch
15.05.2019
17:00
Atelier 1
OmeU, Filmgespräch mit der Produzentin

Samstag
18.05.2019
14:30
Filmmuseum
OmeU, Filmgespräch mit der Produzenti

CLOSE UP: ISTANBUL                                        

Donnerstag 16.05.2019, 16:00 Uhr im Audimax der Hochschule für Film und Fernsehen

DIE SAMSTAGSMÜTTER

Maside und Emine Ocak zählen zu den Gründungsmitgliedern der 1995 gegründeten „Samstagsmütter“. Ihr Sohn und Bruder Hasan Ocak wurde nach den Unruhen in Gazi festgenommen und 58 Tage später tot aufgefunden. 23 Jahre später kämpfen die beiden immer noch für Gerechtigkeit und erinnern an all diejenigen, die in Polizeigewahrsam verschwanden.

Englischer/Originaltitel: SATURDAY MOTHERS. Kamera: Elisabeth Kratzer, Vera Brückner. Schnitt: David Preute. Produktion: HFF München. Produzent: HFF München. Länge: 11 min.KADININ SESI

Istanbul ist eine Stadt – auf zwei Kontinenten. Die politischen Ereignisse der letzten Jahre wurden im Westen kritisch beobachtet. Für den Weltfrauentag 2019 war eine große Demonstration geplant. Wie geht es den Frauen in einer Stadt mit so verschiedenen Lebenswelten? Ich treffe Frauen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Ansichten. Wie steht eine Modedesignerin mit Kopftuch zu ihrem Job? Wofür kämpft eine Frauenrechtlerin in der Türkei? Was genau meinte eine junge Türkin, als sie ihre ersten Erwachsenenjahre als Achterbahnfahrt beschreibt?Englischer/Originaltitel: THE VOICE OF THE WOMEN. Deutscher Titel: DIE STIMME DER FRAU. Kamera: Vera Brückner, Elisabeth Kratzer, Felizitas Hoffmann, Franziska Brozio. Schnitt: Vera Brückner. Produktion: HFF München. Produzent: HFF München. Länge: 18 min.FRAMEWORK OF ART

„Istanbul – die inspirierendsteStadt der Welt“: So lautete der Slogan der Kulturhauptstadt 2010. Wurde die Stadt damals als offene und freie Metropole gefeiert, haben Künstler*innen heute mit vielen Einschränkungen zu kämpfen. Nach den Gezi-Unruhen 2013 haben viele das Land verlassen – kritische Meinungsäußerung ist schwierig, wenn nicht sogar gefährlich geworden. Andererseits gibt es aber auch die, die geblieben sind und Wege finden, sich künstlerisch auszudrücken. Dabei gilt Selbstzensur nicht nur als Schutz, sondern auch als Möglichkeit andere Perspektiven zu zeigen und neue Denkanstöße zu geben. Deutscher Titel: ISTANBUL IM RAHMEN DER KUNST. Kamera: Elisabeth Kratzer, David Preute. Schnitt: Elisabeth Kratzer. Produktion: HFF München. Produzent: HFF München. Länge: 15 min.ISTANBUL – MILLENNIUM CITY

Istanbul ist eine der begehrtesten Metropolen der Welt. Nicht nur Millionen von Touristen strömen Jahr für Jahr an den Bosporus – auch ein großer Teil der türkischen Landbevölkerung kommt mit dem Traum von Arbeit in die Stadt und lässt sich hier nieder. Istanbul wächst und wächst. In der Zwischenzeit verfolgt der frühere Bürgermeister und jetzige türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğanseine ganz eigenen Pläne für die Millionenstadt am Bosporus. Deutscher Titel: DIE JAHRTAUSENDSTADT. Kamera: Elisabeth Kratzer, Vera Brückner. Schnitt: David Preute. Produktion: HFF München. Produzent: HFF München. Länge: 11 min.THE MEETING IN THE CORNER BY THE WINDOW

Die bildende Künstlerin Hera Büyüktaşçıyan und der Fotograf Berge Arabian kennen sich nur flüchtig. Sie wollten sich schon immer einmal treffen und miteinander unterhalten. Schließlich findet ihre Begegnung an einem Fenster statt und die Worte sprudeln aus ihnen heraus: Ein Gespräch über Identität, Erinnerungen und persönliche Erfahrungen in Istanbul.

Vor allem die Vergangenheit beschäftigt beide: Gedächtnis, Erinnerungen und Abwesenheit sind wiederkehrende Motive in der Kunst von Hera, die in Istanbul geboren und aufgewachsen ist. Während Berge sich mit seiner eigenen Identität und Zugehörigkeit auseinandersetzte, bis er schließlich in Istanbul eine neue Heimat gefunden hat. Kamera: Felizitas Hoffmann, Rabelle Erian, Elisabeth Kratzer, David Preute, Vera Brückner, Franziska Brozio. Schnitt: Felizitas Hoffmann. Musik: Dominik Obalski. Produktion: HFF München. Produzent: HFF München. Länge: 10 min.ORTA OYUNU

Aydin Engin, Journalist und ehemaliger Chefredakteur der oppositionellen Zeitung Cumhuriyet, steht erneut vor Gericht: Er berichtet in seinen Kolumnen und Reportagen über die aktuelle politische Situation in der Türkei. Gemeinsam mit der Schauspielerin Melek Ertem inszeniert Engin Teile seines Gerichtsverfahrens nach. Der Theatersaal wird zum Schauplatz der politischen Machtverhältnisse der Türkei. So wie sich „Wasser seinen Weg durch jeden Riss bahnt“, findet Engin immer neue Möglichkeiten im Kampf für die Demokratie. Englischer/Originaltitel: A RE-ENACTMENT WITH AYDIN ENGIN. Deutscher Titel: EINE INSZENIERTE UNTERHALTUNG MIT AYDIN ENGIN. Kamera: Rabelle Erian, Felizitas Hoffmann. Schnitt: Rabelle Erian. Produktion: HFF München. Produzent: HFF München. Länge: 20 min.KAMPF UM DIE WAHRHEIT

Journalisten haben es in der Türkei nicht gerade leicht. Erst recht, wenn die eigene Meinung nicht mit den Ansichten der Regierung übereinstimmt. In Istanbul habe ich Journalisten getroffen, die im Herzen Aktivisten sind und Journalisten, die sich für Proteste und die Kritik Oppositioneller selten interessieren. Sie alle wollen die Menschen erreichen und nutzen dafür die sozialen Medien. Und dann sind da ja auch noch der ganz normale Alltag und die Suche nach Geschichten, über die es sich zu schreiben lohnt. Englischer/Originaltitel: FIGHTING FOR TRUTH. Kamera: Franziska Brozio. Schnitt: Franziska Brozio. Produktion: HFF München. Produzent: HFF München. Länge: 23 min.

DER NACKTE KÖNIG – 18 FRAGMENTE ÜBER REVOLUTION

Die Revolution hatte gesiegt: Im Januar 1979 musste der Schah den Iran verlassen. Dann übernahm der Ayatollah die Macht. Im Polnischen August 1980 formierte sich die Gewerkschaft Solidarność und veränderte mit ihren Streiks das Land. Auf den Aufstieg folgte der Niedergang. Andreas Hoessli war zu dieser Zeit Forschungsstipendiat in Polen. Er freundete sich mit der Reporterlegende Ryszard Kapuscinski an und erfuhr aus erster Hand von den Umbrüchen in Iran. Wegen seiner Kontakte wurde er auch vom polnischen Geheimdienst observiert. Vierzig Jahre später kehrt er nach Polen zurück und befragt nun seinerseits die Mitarbeiter des Geheimdiensts. Er reist in den Iran und interviewt Zeitzeugen der Revolution und Nachgeborene. Bruno Ganz führt als Erzähler durch die faszinierende Parallelgeschichte. Silvia BauerWir präsentieren beim DOK.fest München 2019 die Weltpremiere des Films.Autor: Andreas Hoessli. Kamera: Peter Zwierko. Ton: Hassan Shabankareh, Marcin Lenarczyk, Marcin Poplawski. Schnitt: Lena Rem. Produktion: Mira Film GmbH. Produzent: Peter Zwierko. Länge: 107 min.

Andreas Hoessli

Der Schweizer Dokumentarfilmregisseur und -autor Andreas Hoessli hat zunächst in Zürich und Paris Soziologie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte studiert. Für sein Dissertationsstudium ging er 1980 nach Warschau. Danach arbeitete er als Osteuropa-Korrespondent und dreht seit 1987 Reportagen und Dokumentarfilme für Fernsehen und Kino.

Filmografie:

SWISS SANS-PAPIERS, CH 2006, 50 Min.WALL STREET, CH 2004, 50 Min. EPOCA, CH 2002, 90 Min. NACHRICHTEN AUS DEM UNTERGRUND, CH 1997, 60 Min.

Samstag
11.05.2019
20:30
Filmmuseum
OmdtU, Filmgespräch mit dem Regisseur

Dienstag
14.05.2019
19:00
Atelier 1
OmdtU, Filmgespräch mit dem Regisseur

Freitag
17.05.2019
17:00
Atelier 1
OmU

Sonntag
19.05.2019
11:30
HFF – Kino 1
OmU

HAMADA
Schweden 2018 – Regie: Eloy Dominguez Serén – Originalfassung: arabisch – Untertitel: englisch

„Was für ein Tag ist heute?“ – „Der gleiche wie gestern“. Für die drei jugendlichen Sahrawis Sidahmed, Zaara und Taher sehen alle Tage ähnlich aus. Die Perspektivlosigkeit und das Warten auf eine bessere Zukunft im Flüchtlingslager zermürben die Freunde. Sie wollen arbeiten, doch es gibt keine Jobs. Sie wollen Auto fahren, doch sie haben kein Geld. Und sie wollen ihre Zukunft gestalten, am liebsten mit ihren Freunden und Familien in der West-Sahara, aus der ihre Eltern vor vierzig Jahren von Marokko vertrieben wurden. Seither kämpfen die Sahrawis für ihre Rückkehr. Ein außergewöhnlicher Film über das Schicksal eines vergessenen Volkes. Ohne anzuklagen, macht das bildstarke Porträt der Jugendlichen auf die international kaum beachtete Ungerechtigkeit aufmerksam. Barbara OffWir präsentieren beim DOK.fest München 2019 die Deutschland-Premiere des Films.Produktion: Momento Film. Produzent: David Herdies, Michael Krotkiewski. Länge: 88 min.

Eloy Dominguez Serén
Serén wurde 1985 im spanischen Simes / Galizien geboren. Nach seinem Studium in Salamanca, Mailand und Barcelona arbeitete er zunächst als Filmkritiker. 2012 begann er seine Filmemacherlaufbahn in Schweden. HAMADA ist sein dritter langer Dokumentarfilm, der bei der IDFA in Amsterdam 2018 Weltpremiere feierte.

Filmografie:
NO COW ON THE ICE, SE/ES 2015, 63 Min.
YELLOW BRICK ROAD, SE 2015, 14 Min.
JETLAG ES 2014, 52 Min

Freitag
10.05.2019
19:00
City 3
OmeU, Filmgespräch mit dem Regisseur

Samstag
11.05.2019
15:00
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
OmeU, Filmgespräch mit dem Regisseur

Freitag
17.05.2019
18:00
HFF – Kino 2
OmeU

Sonntag
19.05.2019
11:00
Museum Fünf Kontinente
OmeU

ISIS TOMORROW. THE LOST SOULS OF MOSUL

Deutschland, Italien 2018 – Regie: Francesca Mannocchi, Alessio Romenzi – Originalfassung: arabisch – Untertitel: englisch
Was passiert, wenn der Krieg vorbei ist? Kinder streifen durch die Ruinen von Mossul, auf der Suche nach Verwertbarem. Kinder und Frauen: die Väter, die großen Brüder, die Cousins und Onkel sind oft tot. Oft waren die Kinder Zeugen bestialischer Taten, sie sprechen von Rache, auch an Kindern – denn auf der Seite der Terrororganisation Islamischer Staat kämpften viele Kinder; Waffe des IS für die Zukunft. In den Flüchtlingslagern rund um die Stadt in Trümmern sind die Familien der „Täter“ und diejenigen der „Opfer“ getrennt untergebracht. „Das Erbe des Krieges liegt auf den Schultern der Kinder“, sagt die Regisseurin Francesca Mannocchi. „Sie sind Opfer und müssen für die Sünden ihrer Väter bezahlen.“ Ein erschütterndes Dokument – und ein dringender Appell, Mossul nicht zu vergessen: Damit das Trauma von heute nicht den Krieg von morgen begründet. Julia TeichmannWir präsentieren beim DOK.fest München 2019 die Deutschland-Premiere des Films.
Kamera: Alessio Romenzi, Francesca Mannocchi. Schnitt: Emanuele Svezia, Sara Zavarise. Musik: Andrea Ciccarelli. Produktion: FremantleMedia Italia, Rai Cinema, CALA Filmproduktion, Wildsid. Produzent: Gabriele Immirzi, Martina Haubrich, Lorenzo Gangarossa, Silvia Bonanni. Länge: 80 min. Vertrieb: Cinephil. Verleih: Cinephil.

Samstag
11.05.2019
19:00
HFF – Audimax
OmeU, Filmgespräch mit der Regisseurin

Sonntag
12.05.2019
18:30
City 3
OmeU

Dienstag
14.05.2019
17:00
City 2
OmeU

Freitag
17.05.2019
18:00
HFF – Audimax
OmeU

KABUL, CITY IN THE WIND

Afghanistan, Deutschland, Japan, Niederlande 2018 – Regie: Aboozar Amini – Originalfassung: farsi – Untertitel: englisch
Afshin ist, so erklärt es ihm sein Vater, jetzt der Mann im Haus. Der Vater, ein Ex-Soldat, muss das Land aus Sicherheitsgründen verlassen. Seine Kaserne wurde zum Ziel der Taliban; kaum einer überlebte den Anschlag. Der Teenager Afshin trägt nun die Verantwortung für das immer wieder undichte Hausdach, er muss die Einkäufe erledigen und den vertrockneten Baum wässern. Auf seinen kleinen Bruder Benjamin soll er auch Acht geben. Über all dem hängt tief und malerisch der staubige Himmel Kabuls. Selbstmordanschläge sind Alltag. Abas, der Busfahrer, ringt mit seiner Schuldenlast und flieht in den Drogenrausch. In seinem Debütfilm komponiert Aboozar Amini sensibel beobachtete Situationen und ebenso ästhetische wie schmerzhafte Impressionen aus dem afghanischen Alltag zu einer filmischen Sinfonie. Silvia Bauer
Wir präsentieren beim DOK.fest München die Deutschland-Premiere des Films.
Englischer/Originaltitel: KABUL, CITY IN THE WIND. Kamera: Aboozar Amini. Ton: Jeroen Goeijers. Schnitt: Barbara Hin. Produktion: Silk Road Film Salon. Produzent: Jia Zhao. Länge: 88 min. Vertrieb: REDIANCE
Aboozar Amini – Bamiyan / Afghanistan, 1985

In Afghanistan geboren, migrierte Aboozar Amini als Kind mit seinen Eltern in die Niederlande. Kunststudium an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam (B.A.) mit dem Schwerpunkt Konzeptkunst, Audio-Visual und Mixed Media. Von 2012-2015 studierte er an der renommierten London Film School (M.A.). Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen.

Filmografie: WHERE IS KURDISTAN?, NL 2016, 23 Min. 
ANGELUS NOVUS, NL 2015, 25 Min.
KABULTEHRANKABUL, NL 2010

Sonntag
12.05.2019
11:30
Atelier 1
OmeU

Dienstag
14.05.2019
18:30
Rio 1
OmeU

Samstag
18.05.2019
19:00
Filmmuseum
OmeU

weitere Filme und das gesamte Programm:
https://www.dokfest-muenchen.de/Filmprogramm_2019