Reliquien und Symbole der Verehrung in der islamischen Welt

Artikel vom 23. November 2020 zuletzt aktualisiert am 23. November 2020

Körperteile der Propheten und anderer verehrungswürdiger Menschen haben in Stein oder anderem Material Abdrücke hinterlassen – davon waren (oder sind) viele Gläubige in historischen und gegenwärtigen Kulturen überzeugt. Auch viele Muslime haben solche Spuren in hohem Ansehen gehalten und ihnen Verehrung erwiesen. Eine größere Anzahl solcher Reliquien lassen sich von den ältesten Propheten wie Abraham bis zu den Fußabdrücken des Propheten Mohammad und seinen Gefährten (Ali) aufzählen.

Im Vortrag wird die These vertreten, dass die Fußabdrücke und Sandalen mehrere Dimensionen der Bezugnahme bereithalten. Neben der respektvollen Annäherung ermöglichen sie bis zu einem gewissen Grad auch die Identifizierung des Gläubigen mit der verehrten Person durch Nachfolge bzw. Imitation.


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Lorenz Korn, Professor für islamische Kunst und Archäologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und Mitglied unserer Gesellschaft, studierte ab 1987 Islamwissenschaft, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an der Universität Tübingen, wo er 1999 promoviert wurde. Ein Jahr als Aga Khan Postdoctoral Fellow am Lehrstuhl für islamische Kunstgeschichte der Harvard Universität schloss sich an. Nach einer Reihe international bedeutender Forschungsprojekte ist er seit 2003 Professor in Bamberg – wo er u.a. im Stiftungsrat des dort befindlichen Universitätsmuseum für Islamische Kunst (BUMILLER ART FOUNDATION) tätig ist.