Zum 30-jährigen Jubiläum: Erinnerungen

Artikel vom 23. Februar 2020 zuletzt aktualisiert am 23. Februar 2020

Im Programm der kleinen Feier zum 30-jährigen Geburtstag der Gesellschaft im Internationalen Begegnungszentrum Wissenschaft der LMU am 21. November 2019 gab es den Punkt ERINNERUNGEN, die das Mitglied des Kuratoriums Werner Joseph Pich vortrug

Zunächst erlauben Sie mir bitte zu erläutern, wieso ich, als ein Mensch der sich jahrelang in drei Universitäten herumgetrieben hat, um ein wenig über Juristerei zu lernen, jetzt vor Ihnen stehe, um etwas über „islamische Erinnerungen“ vorzutragen.

Diese sollen i.ü. weniger von den Ereignissen aus dem Leben der GdF handeln – über die Sie etwas in unserer kleinen Broschüre lesen können – sondern von Personen, die in irgendeiner Beziehung zur Gesellschaft stehen, womit vielleicht auch etwas über das Netzwerk anklingt, in dem die Gesellschaft stand und steht.

Diese Erinnerungen beginnen fast 15 Jahre vor der Gründung der Gesellschaft; wie kann das sein?

Meine Frau und ich zogen im März 1975 mit zwei noch ziemlich kleinen Kindern und einem Orientteppich in eine ziemlich große Wohnung in Schwabing.

Ein Teppich war dafür deutlich zu wenig, weshalb wir bei einem Spaziergang durch die Stadt einen zweiten erwarben. Ich bat den Händler, mir ein Buch zu empfehlen, damit ich mehr über das Ding erführe, was da ins Hause käme; er empfahl mir Ullsteins Teppichbuch, das sein Kunde Reinhard Hubel geschrieben hatte, dessen Sammlung sich heute im Museum Fünf Kontinente befindet.

Das Buch war die Initialzündung für alles, was folgte. Mein stetig wachsendes Interesse an Islamischer Kunst kam „vom Hölzchen auf´s Stöckchen“, und aus einem Teppich und einem Buch wurden bald viele mehr.

Um meine Kenntnisse weiter zu vertiefen, beantragte ich zunächst die Aufnahme in die DMG (gegründet1845). Um dort Mitglied zu werden, verlangte die Satzung die Empfehlung zweier Mitglieder – was mich zwar zunächst in Verlegenheit brachte, aber letztlich geregelt werden konnte. Die DMG bestätigte mir die Mitgliedschaft im August 1986, und ich gehörte zur Sektion Kunst und Archäologie, deren Leitung eine Professorin für chinesische Kunst, Jorinde Ebert, inne hatte.

Im April 1987 besuchte ich zum ersten mal eine Mitgliederversammlung, die in einem Hotel in Wiesbaden stattfand. Mein Nachbar in den Stuhlreihen war Prof. Dietrich Sekel, der an der Uni Heidelberg die Ostasienkunde eingeführt hatte; wir stellten uns artig vor und ich sagte ihm, dass ich seinen Name kenne, weil ich ein Buch von ihm zu Hause hätte. „Und woher kommen Sie?“, fragte er; ich antwortete „von der Allianz“. Sein überraschtes Gesicht hätten Sie sehen sollen, doch ich erklärte ihm, dass ich bei der DMG mehr über Islamische Kunst erfahren wolle,worauf er meinte „Das finde ich ja großartig, dass jemand allein deshalb zu uns kommt, weil er Freude an unserer Wissenschaft hat“.

Am 11. August 1990, also etwa ein Jahr nach Gründung der GdF, beantragte ich auch dort die Mitgliedschaft, die mir Herr Schienerl nach drei Tagen bestätigte.

Im April 1991 fand in München der XXV. Deutsche Orientalistentag statt. Die ausrichtende DMG hatte ihre Mitglieder gebeten, Wissenschaftler aus der früheren DDR, die damals noch nicht recht „bei Kasse waren“ zu Hause aufzunehmen. Zu uns kam der Sinologe Herbert Bräutigam aus Dresden. Seine Dresdner Ausstellung „Schätze Chinas aus Museen der DDR“, die dort bis Februar 1990 gedauert hatte, kam anschließend nach Hildesheim. Mit ihm diskutierten wir sehr intensiv über das Verhalten der „Westdeutschen“ in den „neuen Ländern“, die er als Aggressoren ansah. Später besuchten meine Frau und ich ihn in Dresden und er führte uns sehr kenntnisreich durch seine Stadt, ein schönes Kennenlernen quasi aus erster Hand.

Soweit die Basis-Erinnerungen.

Nun greife ich aus der Fülle der Personen einige heraus, die mir besonders wichtig sind – und das weitgehend nach dem Alphabet:

A wie Ausstellung in Ingolstadt im Jahre 2000 zum 10-jährigen Jubiläum der GdF. Unser Vorstand bestand damals aus folgenden Personen:

Erster Vorsitzender: Meine Wenigkeit, der die Ehre und Freude hatte, die Ausstellung mit einer Ansprache zu eröffnen.

Zweiter Vorsitzender: Christian Erber. Er gehörte zu den Personen, die am 18. Oktober 1989 auf Einladung von Herrn Schienerl zusammen gekommen waren, um über die Gründung der Gesellschaft zu entscheiden. Erber war danach lange Zeit im Vorstand und sein Büro der geographische Mittelpunkt der Gesellschaft. Als erfahrener „Ausstellungsmacher“ (er hatte in Hamburg eine Ausstellung mit Islamischer Kunst kuratiert) war er der Richtige, um zusammen mit Birgitt Borkopp die Ingolstädter Ausstellung zu gestalten. Erber ist immer noch unser treues Mitglied.

Schatzmeister: Abdul Rasheed Khan, er gehörte ebenfalls zur „Gründungskommission“ und war lange Zeit unentbehrlich, weil der Inhaber des Schatzmeisteramtes nicht beneidet wird!

Birgitt Borkopp: Damals Kuratorin für spezielle Textilien (u.a. Kostüme) im Bayerischen Nationalmuseum, also ebenfalls als Gestalterin für die Ausstellung prädestiniert. Mit ihr verbindet sich eine – eigentlich nicht wichtige – Erinnerung, die uns aber beide immer noch gegenwärtig ist: Auf einer gemeinsamen Fahrt nach Ingolstadt in meinem Auto hörten wir das vom Südwestfunk produziertes Hörspiel nach der Satire meines Landsmanns Heinrich Böll, das nach 45 Minuten genau mit unserer Ankunft am Neuen Schloss endete – Dr. Murkes Gesammeltes Schweigen…

Prof. Dr. Rudolf Kuhn: Ein Kunsthistoriker an der LMU, auf den ich gleich noch mal zurückkomme.

Prof. Dr. Marcell Restle: Mit ihm war ich damals – und bis zu seinem Tod 2016 – in enger Freundschaft verbunden, die auch über geographische Distanzen hinweg nicht litt; wir hatten viele Gespräche über „Gott und die Welt“ und natürlich auch über eine seiner vielen wichtigen Arbeiten am Reallexikon zur byzantinischen Kunst, das er 1963 mit dem damals in München lehrenden Kollegen Klaus Wessel gegründet hatte; das Werk ist inzwischen im siebten Band bis zum Stichwort Paros gediehen.

Zur Ingolstädter Ausstellung textete und gestaltete er mit Birgitt Borkopp den Katalog und im Jahr der Ausstellung wurde ihm von seinen Freunden im Bayerischen Nationalmuseum die Festschrift LITHOSTROTON überreicht. Im laufenden Jahr 2019 gibt es noch bis zum 1.12. in der Koc-Universität in Istanbul eine Gedächtnisausstellung über seine wissenschaftlichen Arbeiten.

Und weiter im Alphabet:

B wie Dr. h.c.Wolfgang Beck: Ihn lernte ich auf einem kleinen Umweg kennen: Eines Tages erhielt ich den Anruf von Dr. Wieckenberg, damals Cheflektor im Verlag C.H.Beck. Wickenberg berichtete, er habe im Antiquariat Kitzinger in der Schellingstraße nach einer Übersetzung von 1001Nacht von Heinrich Voss (berühmt eigentlich durch Übersetzungen von Texten Homers) gefragt; Herr Kitzinger hatte das Buch nicht, habe ihm jedoch empfohlen, „mal bei den Pichs nachzufragen“. Tatsächlich hatten wir diese Übersetzung und konnten aushelfen. Herr Wieckenberg machte mich dann nicht nur mit seinem Kollegen Dr. Nolte sondern auch mit Wolfgang Beck bekannt – der immer noch einer der besten und tatkräftigsten Freunde der GdF ist!

B wie Hans Caspar Graf von Bothmer: Er hatte als Kunsthistoriker seine Dissertation bei Rudolf Kuhn über „Die Illustrationen des Münchner Gazwini von 1280“ geschrieben. Als ich mal eine Weile im Hospital im Bett lag, las ich die als kleines Buch erschienene DISS in aller Ruhe; später fragte ich Graf Bothmer, ob er dazu auch die im Buch fehlenden Illustrationen habe. Er gab mir ein kleines Päckchen privater Fotos, und ich fand sozusagen „alte Bekannte“, denn Bothmers Text beschrieb die Miniaturen derart exakt, dass sie mir dauerhaft und lebhaft vor Augen standen. Das habe er bei Rudolf Kuhn gelernt, „nur das genaue Hinschauen und exakte Beschreiben mache den guten Kunsthistoriker aus“, erklärte er mir.

Mit seinem Freund Gerd-Rüdiger Puin hatte Graf Bothmer im Auftrag der Bundesregierung ab 1980 die 1972 in der alten Freitagsmoschee von Sanaa gefundenen ca. 40 000 Koranfragmente „gerettet“ – worüber er natürlich bei uns einen Vortrag hielt. Beim legendären Schmuckworkshop in der Ohmstraße berichtete er über jemenitische Dolche, eines seiner Sammelgebiete.

B wie Manfred Bumiller: Er war ein Unicum im besten Sinne des Wortes. Freunde hatten ihm abgeraten, Moderne Kunst zu sammeln; wichtiger und seltener sei es, islamische Kunst zu erwerben. Als gewiefter Steuerberater hatte er nach einigen Jahren soviel Geld verdient, dass er in Bamberg zwei alte Häuser kaufen und für seine inzwischen gewaltig angewachsene Sammlung Islamischer Kunst als Museum einrichten konnte.

Diese Sammlung, eine der Sehenswürdigkeiten Bambergs, firmiert heute als Universitätsmuseum der Uni Bamberg, und hat eine Zweigstelle in Berlin. In einer selbst verfassten, humorvollen „Festschrift“, die im Internet abrufbar ist, kann man sein Leben und Wirken, zuletzt als Ehrensenator der Bamberger Uni, nachlesen .

B wie Johann Christoph Bürgel: Ein berühmter Übersetzer der klassischen Persischen Literatur in mehreren Sprachen, die er uns in Vorträgen und Lesungen als kleinen Ausschnitt aus seinem umfangreichen Werk nahe brachte. Für EOTHEN VI gewann ich ihn, ein wenig über seinen beruflichen Werdegang und den wissenschaftlichen Alltag – in der Hauptsache auf Reisen – zu schreiben, woraus eine in der Literatur eher selten anzutreffende Reihe sehr interessanter autobiographischer Skizzen entstanden ist. Unsere beiden heute noch im Vorstand mitarbeitenden Dres. Mumm und Newid stellten auf seinen Wunsch in einem Band einige weltweit verstreute Aufsätze zusammen.

Den zahlreichen früher erhaltenen Ehrungen folgte im März 2019 in Bern die feierliche Verleihung zweier Ehrenpreise an JCB, zum einen des Nizami Centers aus der Geburtsstadt Nizamis, Ganja (Aserbaidschan), und zum anderen der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern.

S wie Anke Scharrahs: Ich traf sie 2002 beim „Aleppozimmer Symposium“ im Museum für Islamische Kunst in Berlin, wo sie in seltener Klarheit und Ausführlichkeit über das Dresdener Damaskus Zimmer und dessen Restaurierung berichtete: Der Gründer des Museum Folkwang, Karl Ernst Osthaus, hatte die bemalten Holzauskleidungen eines großen Raumes 1899 in Damaskus auf einer seiner Reisen gekauft, hatte aber in seinem Sammeleifer übersehen, dass die Räumlichkeiten seines Privatmuseum nicht ausreichten, um dieses Zimmer mit seiner stattlichen Raumhöhe von 5,40 m auszustellen.

Die Paneele blieben damals verpackt und kamen als Schenkung 1930 nach Dresden. Dort sollten sie als Teil der im Aufbau befindlichen Orientabteilung des Völkerkundemuseums verwendet werden. Aber erst 1997 wurden die Teile von der damaligen Direktorin Annegret Nippa „wieder entdeckt“, sie ließ es auspacken und leitete erste Schritte zur Restaurierung und Wiederaufstellung des Zimmers ein. Anke Scharrahs arbeitete daran bis 2017.

Inzwischen ist Anke zu einer weltweit berühmten und gefragten Spezialistin für solche Objekte geworden; 2013 wurde sie mit einer sehr umfangreich bebilderten Arbeit über die Restaurierung solch wunderbarer Raumgestaltungen promoviert.


S wie Annemarie Schimmel: Über sie muss ich eigentlich nichts erzählen. Sie war eine herausragende Orientalistin und eine höchst liebenswerte und unkonventionelle Dame.

Der Vorstand beschloss 2001, ihr zusammen mit Marcell Restle die Ehrenmitgliedschaft anzutragen; zu unserem Vorschlag schrieb sie mir am16. Februar 2001 u.a. folgendes: „Natürlich habe ich ein bisschen schlechtes Gewissen, dass Sie mich zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernennen wollen, hätte ich doch längst Mitglied werden wollen und sollen …. Aber ich bin wirklich sehr glücklich über diese Ehrung und werde mich bemühen, auch etwas in Form von Vorträgen o.ä. beizutragen!“

Ein Jahr nach ihrem tragischen Tod 2003 organisierten wir in der großen Aula der LMU für sie eine Gedenkveranstaltung, in der der bekannte Sprecher des BR, Wolf Euba, Texte von Rumi, Iqbal und von ihr vorlas; Herr Savasci hatte diese Texte, unter denen sich eine Reihe ihrer Limericks befand, zusammengestellt.

S wie Karl Schlamminger: Architekt ismailitischer Andachtsstätten in London und Lissabon, in neuerer Zeit auch einer riesigen Platzgestaltung in Teheran; Bildhauer, Lehrer (Istanbul und Teheran 1966 – 1979), Maler und Kalligraph. Die Kalligraphie war eine seiner Leidenschaften, wozu er uns für EOTHEN V einen Aufsatz schrieb; beim Lesen hört man fast das Scharren der Schreibgerätes auf dem Papier. Schlamminger war ein enger Freund von Annemarie Schimmel, die stets bei ihm wohnte, wenn sie in München war.

Verheiratet war er mit einer Perserin, über die er stets sprach, wenn man mit ihm zusammen war und deren Tod nach schwerer Krankheit im April 2007 er nie verwandt. Sie war offenbar eine Frau von „mythischer Schönheit“, wie sein Freund Navid Kermani sie charakterisierte. Kermani berichtet in seinem Buch “Dein Name“ ausführlich über die Leidensgeschichte der Familie und ihrer Freunde.

T wie Martin Tischer: Martin war ein höchst origineller und humorvoller Mensch, wusste viel über die Bedeutung von Ornamenten in der Architektur und im Orientteppich, nicht zuletzt deshalb, weil er mit offenen Augen durch die Welt ging und alle möglichen Schätze und Kuriositäten einsammelte. Er entdeckte nach seinem langjährigen Berufsleben in München bei einem Besuch seiner Heimatstadt Weißenfels ein in DDR-Zeiten überbautes und völlig verwahrlostes Barockhaus, das er mit zwei nebenstehenden quasi im Konvolut kaufte und unter Aufopferung seiner wertvollen Sammlung turkmenischer Türteppiche restaurierte (wofür er einen Denkmalpreis erhielt). Das Haus wurde zu einem von Freunden und Nachbarn geliebten kulturellen Mittelpunkt.

Über die meisten der hier genannten Damen und Herren kann man in unserer Website mehr lesen.

Ich könnte natürlich noch viel mehr erzählen, z.B. über Bobzin, Nagel, Rebhan, Riesterer, Shalem, jedoch dazu fehlt jetzt die Zeit. Aber, wen ich nicht vergessen darf, sind unsere aktiven jungen studentischen Mitglieder, z.B.:

Janine Laus: Sie wird im Vorwort von EOTHEN VII als Mitarbeiterin lobend erwähnt, denn ohne sie wäre das Buch ganz sicher wesentlich später erschienen.

Sophia Hackel: Meine ständige Hilfe bei der Arbeit für die GdF – wenn sie in München ist und Zeit hat.

Zwei Anmerkungen zum Abschluss

* Über unseren Namen „Gesellschaft der Freunde …“ ist oft nachgedacht worden:

– der Name ist arg lang, schwierig zu behalten, und

– was ist eigentlich islamische Kunst?

– wie ist das Verhältnis der „Freunde“ untereinander? In der Mathematik gibt es den Lehrsatz „Sind zwei Größen einer dritten gleich, so sind sie auch untereinander gleich“. Kann man den Gedanken auch auf die Gemeinschaft der Mitglieder anwenden, etwa so „Zwei Personen, die islamische Kunst mögen, mögen sich auch untereinander“? erscheint das plausibel?

Wir sollten uns das wünschen und praktizieren; so verstehen wir auch manche Antworten aus unserer Mitgliederbefragung vor einigen Monaten. Ich gehe mal davon aus, dass es da noch was zu verbessern gibt.

* Mit einem Zeitsprung zurück:

– Zum einen zu Hans Georg Majer:

Er war Mitglied des Vorstandes als die Allianz SE uns zur Konzeption der Allianz Gastprofessur aufforderte. Majer war der maßgebliche Ideengeber, und sein persönlicher Kontakt zu Ekmeleddin Ihsanoglu bescherte uns die gewünschte prominente Ouvertüre in der Reihe bedeutender Allianz Gastprofessoren für Islamische Studien.

– Zum anderen zu Michael Brenner:

Der Inhaber des Lehrstuhls für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU war – wenn man das so sagen kann – quasi das Pendant auf der jüdischen Seite in Sachen Allianz Gastprofessur. Immer wieder hockten wir zusammen mit Prof. Kaplony und anderen in der Organisatorenrunde bei der Allianz.

Prof. Brenner war und ist nicht nur ein prominenter Lehrer jüdischer Geschichte – sondern auch ein steter Mahner gegen Antisemitismus.Kürzlich erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel von ihm, der ebenfalls Erinnerungen enthielt, aber ganz andere als ich sie hier vorgetragen habe: schreckliche Erinnerungen an die Schandtaten gegen Menschen jüdischen Glaubens gestern und heute in Deutschland und Europa.

Sein Artikel gipfelte in der rhetorischen Frage: Müssen die Juden in Deutschland bald ihre Koffer packen, weil sie in ihrer Heimat nicht mehr sicher sind?

Wen fröstelst da nicht?

Wie kann es sein, dass es bei uns wieder so weit gekommen ist, dass sich Hass gegen Menschen richtet, deren einziger Unterschied zu anderen Bürgern darin besteht, dass sie mit dem einen Gott in einer anderen Sprache sprechen?

Lieber Herr Brenner, raten Sie Ihren Freunden dazu, hier zu bleiben. Wir – und das sind nicht nur die Freunde der islamischen Kultur – wollen Sie alle nicht verlieren!