Sheikh Zayed Buch Preis

Artikel vom 19. April 2026

Pressemitteilung
17.04.2026


Sheikh Zayed Book Award gibt Gewinner*innen der 20. Ausgabe bekannt
Deutscher Akademiker, Arabist und Übersetzer Stefan Weidner gewinnt in der Kategorie Arabische Kultur in anderen Sprachen

Der Sheikh Zayed Book Award (SZBA), der vom Abu Dhabi Arabic Language Centre unter der Schirmherrschaft der Abu Dhabi Kultur- und Tourismusabteilung organisiert wird, hat nun die Gewinner*innen für seine 20. Ausgabe in acht Kategorien, darunter die prestigereiche Kategorie Kulturelle Persönlichkeit des Jahres, bekannt gegeben.

Im Jahr seines 20-jährigen Bestehens hat sich der Sheikh Zayed Book Award zu einer globalen Plattform entwickelt, auf der sich Verlagswesen, Wissenschaft und Kulturdiplomatie begegnen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist der Preis von einer regionalen Auszeichnung für herausragende Leistungen zu einer globalen Kulturplattform herangewachsen, die die internationale Wertschätzung arabischer intellektueller und kreativer Leistungen fördert. Durch sein Engagement für Übersetzungen, Forschung und grenzüberschreitende Partnerschaften nimmt er eine leise, aber einflussreiche Rolle in der Kulturdiplomatie ein und trägt zu einem nachhaltigen interkulturellen Dialog und einer engen Zusammenarbeit zwischen der arabischen Welt und der internationalen Gemeinschaft bei.

Die 20. Ausgabe unterstreicht das komplexe Netzwerk des kulturellen Austauschs, das der Preis über zwei Jahrzehnte hinweg aufgebaut hat. Er vereint Autor*innen, Wissenschaftler*innen, Übersetzer*innen, Verlage und Institutionen, um den Dialog, das Wissen und gegenseitiges Verständnis über kulturelle Grenzen hinweg zu fördern. Indem der Preis herausragende wissenschaftliche Leistungen und kreative Exzellenz würdigt, setzt er neue Impulse für den intellektuellen Austausch und erhöht die weltweite Sichtbarkeit arabischer Literatur und arabischen Denkens. Die diesjährigen Preisträger*innen – aus Deutschland, den USA, dem Irak, Ägypten, Jordanien, Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten – sind eindrucksvolle Zeugnisse zweier Jahrzehnte kultureller Wirkung. Ihre geografische Bandbreite spiegelt das anhaltende internationale Engagement des Preises wider und unterstreicht seine zentrale Rolle dabei, arabische Literatur und Wissenschaft im globalen Kulturdialog sichtbar und relevant zu halten.

Zum 20-jährigen Bestehen würdigt der Sheikh Zayed Book Award erneut die bedeutenden Beiträge von Wissenschaftler*innen und Autore*innen zum Kanon der arabischen Literatur. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 erhielt der Preis mehr als 33.000 Bewerbungen und würdigte 144 Preisträger*innen, womit er einen bedeutenden Beitrag zur globalen Wahrnehmung arabischer Kultur leistet. Diese Jubiläumsausgabe unterstreicht die Rolle des Preises als Brücke zwischen den Kulturen, die Übersetzung, Forschungund Dialog fördert und ebenfalls die weltweite Verbreitung arabischer intellektueller und kreativer Werke unterstützt.

Die diesjährigen Preisträger*innen sind besonders für internationale Leser*innen relevant, denn zwei der Ausgezeichneten stammen aus dem deutschen und amerikanischen Raum. Der deutsche Akademiker, Arabist und Übersetzer Stefan Weidner wird für seine umfassende und zugleich gut lesbare Studie zur vorislamischen Poesie ausgezeichnet, während die irakisch-amerikanische Übersetzerin Nawal Nasrallah den Preis für ihre englische Übersetzung eines Kochbuchs aus dem 13. Jahrhundert erhält, das neue Einblicke in das kulinarische Leben von Al-Andalus liefert. Darüber hinaus ist der Preisträger der Kategorie Literatur, Ashraf Elashmawy, auch dem englischsprachigen Publikum bekannt, nachdem mehrere seiner Werke vom Verlag Hoopoe Press der American University in Kairo ins Englische übertragen wurden.

Die Auszeichnung in der Kategorie Literatur geht an den Roman Births in the Zoo des ägyptischen Schriftstellers Ashraf Elashmawy. Es handelt sich um einen Roman aus dem Realismus, der aus drei zusammenhängenden Novellen besteht und die ägyptische Gesellschaft aus der Perspektive des Zoos von Gizeh satirisch spiegelt. Indem er sich auf die kleinen alltäglichen Details konzentriert, die das Leben im Zoo prägen, zeichnet Elashmawy ein umfassendes Bild des heutigen ägyptischen Lebens über Klassen- und Kulturschichten hinweg. Elashmawy, ehemaliger Richter und ein renommierter Rechtswissenschaftler, hat bereits internationale Anerkennung für seine Romane The Lady of Zamalek und The House of the Coptic Woman erhalten, die beide in englischer Übersetzung bei Hoopoe Press, dem Verlag der American University in Kairo, erschienen sind.

Das Buch des deutschen Autors Stefan Weidner, Der arabische Diwan: Die schönsten Gedichte aus vorislamischer Zeit gewinnt in der Kategorie Arabische Kultur in anderen Sprachen. Dabei handelt es sich um eine überarbeitete Anthologie, die die umfangreichste Sammlung von früher arabischer Poesie in der deutschsprachigen Welt seit dem 19. Jahrhundert darstellt. Weidners Werk schlägt einen neuen Kanon für diese entscheidende Periode der arabischen Literaturgeschichte vor, indem es Gedichte zusammenführt, die Themen wie Liebe, Stolz, Krieg, Sieg, Ritterlichkeit, Würde und Trauer behandeln und gleichzeitig das Leben, die Gedanken und Gefühle der Menschen in der vorislamischen Zeit widerspiegeln. Bemerkenswert ist, dass diese Sammlung die ersten international übersetzten Gedichte arabischer Dichterinnen aus der vorislamischen und frühislamischen Zeit enthält. Neben diesen neuen Übersetzungen bietet Weidner eine kritische Analyse, die die Gedichte für ein zeitgenössisches und internationales Publikum kontextualisiert.

In der Kategorie Übersetzungen wird die irakisch-amerikanische Übersetzerin Nawal Nasrallah für ihr Buch Smorgasbords of Andalusi and Maghribi Dishes and Their Salutary Benefits ausgezeichnet, eine Übersetzung des Kochbuchs Anwāʿ al-Ṣaydala fī Alwān al-Aṭʿima aus dem 13. Jahrhundert. Durch eine präzise und flüssige Übersetzung liefert dieses Buch eine meisterhafte wissenschaftliche Ausgabe eines historisch schwer zugänglichen Textes und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Literaturgeschichte der Kulinarik. Nasrallahs Übersetzung enthält moderne Aktualisierungen der enthaltenen Rezepte und ermöglicht so eine direkte Auseinandersetzung mit dieser Kochtradition. Nawals Arbeit wurde für die Qualität der Übersetzung gelobt, die einen sorgfältig ausgewogenen Zugang zwischen strikter Treue zum Original und der Wiedergabe in elegantem, strukturell einwandfreiem und semantisch klarem Englisch findet, ohne dabei die technischen Nuancen des Textes, insbesondere im Bereich der Kulinarik und ihrem breiteren kulturellen Kontext, zu beeinträchtigen.

Der Gewinner in der Kategorie Nachwuchsautor*innen ist der marokkanische Wissenschaftler Mustapha Rajouane mit seinem Werk Plots and Characters: A Rhetorical Argumentative Approach to the Arabic Novel. Rajouanes akademische Arbeit ist eine narratologische Studie des zeitgenössischen arabischen Romans mit dem Fokus darauf, wie zeitgenössische arabische Fiktion argumentative Techniken einsetzt, die aus den Traditionen der arabischen balāgha (Rhetorik) und zeitgenössischen Diskursanalysen stammen.

In der Kategorie Literatur- und Kunstkritik gewinnt der jordanische Autor Zuhair Tawfiq mit Perceiving the World: Mutual Stereotypes Between the Self and the Other, einer rigorosen Analyse der gegenseitigen Stereotypen, die sich im arabischen und westlichen Bewusstsein zwischen dem „Selbst” und dem „Anderen” gebildet haben. Der Autor verfolgt deren Entwicklung vom Mittelalter bis zum zeitgenössischen Orientalismus. Das Werk argumentiert, dass diese Wahrnehmungen nicht zufällig sind, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger kultureller Akkumulation in religiösen, literarischen und intellektuellen Quellen. Indem es hervorhebt, dass Identität eine veränderliche historische Konstruktion ist, liefert das Buch eine differenzierte Analyse, die Literatur, Geschichte und kollektive Vorstellungskraft miteinander verbindet.

Die Kategorie Manuskripte, Enzyklopädien und Lexika gewinnt der ägyptische Wissenschaftler und Religionsphilosoph Prof. Dr. Mohamed Otham Elkhosht für seine sechsbändige Encyclopaedia of World Religions. Die Enzyklopädie gibt einen Überblick über die wichtigsten Religionen der Welt und beschreibt detailliert ihre Lehren, historischen Entwicklungen und kulturellen Ausdrucksformen. Das Werk wurde als maßgebliche arabischsprachige Quelle für Wissenschaftler*innen und Laien konzipiert und deckt ein breites Spektrum ab, von abrahamitischen und asiatischen Traditionen über indigene Glaubenssysteme bis hin zu zeitgenössischen spirituellen Bewegungen.

Die Emirates Literature Foundation gewinnt in der Kategorie Verlagswesen und Technologien. Die Emirates Literature Foundation mit Sitz in Dubai ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Förderung einer lebendigen Literaturkultur und dem Aufbau bedeutender Beziehungen zwischen Schriftsteller*innen und einem vielfältigen Publikum verschrieben hat. Die Stiftung wurde 2013 von der Schriftstellerin und Kulturförderin Isobel Abulhoul gegründet und setzt sich für die Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate als globaler Knotenpunkt für Literatur ein. Sie ist die treibende Kraft hinter dem renommierten Emirates Airline Festival of Literature, einer der wichtigsten Literaturveranstaltungen der Region. Über das Festival hinaus leitet sie eine Vielzahl von ganzjährigen Initiativen, darunter Schulprogramme, Workshops zum kreativen Schreiben und ein Talentförderungsprogramm.

Die ägyptische Künstlerin Nagat El Saghira wurde in Anerkennung ihres Status als eine der bedeutendsten Gesangsstimmen der arabischen Welt als Kulturelle Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet. Sie ist die zweite Frau, die diese Ehrung in der zwanzigjährigen Geschichte des Preises erhält. Als eine der letzten noch lebenden Stimmen aus der goldenen Ära der arabischen Musik und als lebendige Erinnerung an dieses prägende Kapitel der arabischen Kulturgeschichte hat El Saghira ein reiches Repertoire poetischer Lieder interpretiert, das die Bedeutung der arabischen Sprache in der kulturellen Vorstellungskraft stärkte. Ihr künstlerischer Weg verband die Werke einiger der angesehensten Dichter*innen und Komponist*innen der arabischen Welt, bereicherte den Kanon des arabischen Lieds und schuf eine bleibende Verbindung zwischen Poesie und Musik – ein Vermächtnis, das Generationen überdauern wird.

Dr. Ali bin Tamim, Generalsekretär des Sheikh Zayed Book Award und Vorsitzender des Abu Dhabi Arabic Language Centre, erklärte: „In dieser bahnbrechenden20. Jubiläumsausgabe ist der Sheikh Zayed Book Award stolz darauf, sein anhaltendes Engagement unter Beweis gestellt zu haben, die globale intellektuelle Landschaft zu bereichern, kulturellen Austausch zu fördern und den Einfluss der arabischen Welt auf das internationale Denken zu verstärken. Die diesjährigen Preisträger spiegeln die beeindruckende Breite und Kontinuität der arabischen Kultur- und Literaturgeschichte wider – von den grundlegenden Stimmen der vorislamischen Poesie bis hin zu zeitgenössischen wissenschaftlichen Arbeiten und literarischen Werken, die kraftvoll unseren gegenwärtigen kulturellen Moment ansprechen. Ihre Leistungen überschreiten Grenzen und zeigen, dass die arabische Kultur nicht unbedeutend, sondern integraler Bestandteil eines gemeinsamen globalen Dialogs ist. Mit dem Jubiläum von zwei Jahrzehnten würdigen wir 144 Preisträgerinnen und Preisträger, deren Werke einen bleibenden Eindruck in der weltweiten Wertschätzung arabischer Literatur, Forschung und Erkenntnis hinterlassen haben, und blicken zuversichtlich auf eine noch umfassendere Rolle bei der Gestaltung zukünftiger kultureller Debatten.“

Die 20. Ausgabe des Preises verzeichnete über 4.000 Einreichungen aus 74 Ländern – darunter 21 arabische Nationen sowie 53 weitere Staaten weltweit –, wobei Chile, Island und Luxemburg erstmals teilnahmen und damit die globale Reichweite und Wirkung des Sheikh Zayed Book Award hervorheben.

Der Sheikh Zayed Book Award, organisiert vom Abu Dhabi Arabic Language Centre, würdigt herausragende Beiträge zur arabischen Literatur, Wissenschaft und Kultur in verschiedenen Kategorien, die den Reichtum und die Vielfalt des arabischen Geisteslebens widerspiegeln. Die Gewinner:innen aller Kategorien werden gemeinsam mit der kulturellen Persönlichkeit des Jahres im Rahmen einer offiziellen Zeremonie des Abu Dhabi Arabic Language Centre geehrt; das Datum der Preisverleihung wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Die kulturelle Persönlichkeit des Jahres erhält eine Goldmedaille, eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 1 Million AED (ca. 234.000 €), während die Gewinner:innen der übrigen Kategorien mit einer Goldmedaille, einer Urkunde und einem Preisgeld von 750.000 AED (ca. 175.000 €) für ihre herausragenden Leistungen in Wissenschaft und Literatur ausgezeichnet werden.

Der Sheikh Zayed Book Award fördert zudem die globale Veröffentlichung arabischer Literatur in Übersetzungen durch sein Übersetzungsstipendium, das internationale Verlage jährlich finanziell unterstützt. Über dieses Programm werden alle in diesem Jahr nominierten literarischen Werke für Übersetzungsförderungen berechtigt sein, wodurch ihre Übersetzung aus dem Arabischen in Weltsprachen erleichtert wird.

Pressemitteilung
4. März 2025
Freiburg, Berlin, Abu Dhabi

Der Sheikh Zayed Book Award präsentiert die Shortlists der 19. Ausgabe mit internationalen und arabischen Schriftsteller*innen

  • Über 4.000 Einreichungen aus 75 Ländern waren für die 19. Ausgabe des Preises eingegangen
  • In der Kategorie „Übersetzung“ ist Claudia Ott mit ihrer deutschen Übersetzung von Tausendundeine Nacht: Das Buch der Liebe (erschienen im Verlag C.H. Beck) nominiert
  • In der Kategorie „Arabische Kultur in anderen Sprachen“ stehen die deutschsprachigen Beiträge von Beatrice Gründler und Hakan Özkan auf der Shortlist

Der Sheikh Zayed Book Award (SZBA), der vom Abu Dhabi Arabic Language Centre unter der Schirmherrschaft des Department of Culture and Tourism – Abu Dhabi organisiert wird, hat die Shortlists für die 19. Ausgabe des Preises bekannt gegeben, die Autor*innen und Institutionen aus 15 verschiedenen Ländern umfassen und die Fülle und Reichweite der arabischen Kultur auf der ganzen Welt demonstrieren.

Der Preis ist einer der weltweit führenden Preise für arabische Literatur und Kultur und würdigt seit fast zwei Jahrzehnten Schriftsteller*innen, Wissenschaftler*innen, Übersetzer*innen, Kulturschaffende, Institutionen und Organisationen. Die 19. Ausgabe setzte mit über 4.000 Einreichungen aus 75 Ländern in den 10 Kategorien einen neuen Maßstab. In diesem Jahr waren Beiträge aus fünf neuen Ländern vertreten – Albanien, Bolivien, Kolumbien, Trinidad und Tobago und Mali – was die globale Reichweite des prestigeträchtigen Preises weiter unterstreicht.

Die Shortlist 2025 in der Kategorie Literatur umfasst drei international bekannte Autor*innen. Der ägyptische Autor und Drehbuchautor Ahmed Mourad ist für seinen spannungsgeladenen Kriminalroman The Spinx nominiert. Die Handlung spielt in 1869 und knüpft an sein früheres Buch Locanda Bir Al-Watawit (2020) an. Mourads Werke wurden für Film und Fernsehen verfilmt, darunter der 2014 erschienene Film The Blue Elephant. Ebenfalls auf der Shortlist steht die Romantrilogie Travels of the City of Clay des kuwaitischen Schriftstellers Saud Alsanousi aus dem Jahr 2023. Er liefert eine magisch-realistische Erzählung, die die Geschichte der Fischereiindustrie im Kuweit der Vor-Öl-Ära schildert. Alsanousis Roman The Bamboo Stalk (2012), der den International Prize for Arabic Fiction (IPAF) gewonnen hat, wurde in 14 Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Italienisch und Chinesisch. Außerdem ist die libanesisch-französische Autorin Hoda Barakat für ihren Roman Hind or the Most Beautiful Woman in the Worldnominiert. Das Werk beleuchtet die angespannte Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer Tochter, die an einer seltenen Krankheit leidet, welche ihre einst schönen Gesichtszüge entstellt. Ihre früheren Werke sind in mehr als 10 Sprachen übersetzt worden. 2002 gewann sie den französischen Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres, sowie 2008 den Chevalier de l’Ordre national du Mérite.

In der Kategorie Kinderliteratur ist Shireen Sabanegh für ihr Buch Maymouna and Her Crazy Ideas nominiert. Die jordanische Bilderbuchautorin, die zuvor für das Children’s Museum Jordan tätig war, befasst sich in ihrem Buch mit der Kraft des Selbstbewusstseins, wenn es darum geht, Herausforderungen zu meistern und einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. Ebenfalls nominiert ist The Phantom of Sabiba der marokkanischen Autorin Latifa Labsir. Das Werk thematisiert Autismus-Spektrum-Störungen aus der Sicht von Hiba, der Schwester eines autistischen Jungen namens Raji. Die ägyptische Autorin Hegra Alsawi rundet die Shortlist mit ihrem Jugendroman The Digital Fox ab, der die Geschichte von Timur, einem videospielverrückten Jungen, und der Beziehung zu seinen Eltern erzählt.

Im Fokus der diesjährigen Shortlist Arabische Kultur in anderen Sprachenstehen Autor*innen aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und der Türkei, die sich mit breitgefächerten Themen rund um arabische Geschichte, Literatur und Kultur befassen. Die deutsche Autorin, Akademikerin und frühere Präsidentin der American Oriental Society, Beatrice Gründler (Freie Universität Berlin) ist für The Rise of the Arabic Book nominiert. Darin widmet sie sich der wenig bekannten Geschichte der lebendigen und anspruchsvollen arabischen Buchkultur des Mittelalters. Ebenfalls in dieser Kategorie vertreten ist der britische Akademiker Andrew Peacock (University of St Andrews), der in seiner wissenschaftlichen Arbeit Arabic Literary Culture in Southeast Asia in the Seventeenth and Eighteenth Centuries den intellektuellen Austausch zwischen dem Nahen Osten und Südostasien, insbesondere die Entwicklung des Islams in der Region, durch das Studium wenig bekannter Manuskripte untersucht. Der türkische Autor Hakan Özkan ist für seine deutschsprachige Studie über die Geschichte des östlichen zaǧal: Dialektale arabische Strophendichtung aus dem Osten der arabischen Welt – von den Anfängen bis zum Ende der Mamlukenzeit nominiert. Das Werk analysiert die vielfältigen Dichtungstraditionen des Zaǧal vom 12. Jahrhundert bis zum Ende der Mamlukenzeit und untersucht insbesondere, wie diese poetischen Formen eine Brücke zwischen Analphabeten und dem literarischen Establishment der Zeit bildeten.

Die diesjährige Shortlist in der Kategorie Übersetzung zeichnet sich besonders durch zwei Übertragungen aus dem Arabischen in europäische Sprachen aus. Die deutsche Übersetzerin Claudia Ott ist für ihre Übersetzung von Tausendundeine Nacht: Das Buch der Liebe, einer hochgelobten Übersetzung von vier Liebesgeschichten aus den ältesten Quellen von Tausendundeiner Nacht, nominiert. Der italienische Übersetzer Marco Di Branco wurde für Orosius in die Shortlist aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine englische Übersetzung von Paulus Orosius‘ Sieben Geschichtsbücher gegen die Heiden, auch bekannt als Kitāb Hurūshiyūsh. Dieses Geschichtswerk der griechisch-römischen Welt hatte einen großen kulturellen Einfluss auf die arabische Welt, insbesondere auf den Historiker Ibn Khaldun. Ebenfalls auf der Shortlist steht eine arabische Übersetzung von Le démon de la théorie: Littérature et sens commun (Der Dämon der Theorie: Literatur und gesunder Menschenverstand) des französischen Akademikers Antoine Compagnon durch den marokkanischen Übersetzer Hassan Outtaleb. Der Text untersucht das Verhältnis zwischen Literaturtheorie und gesundem Menschenverstand mit dem Argument, dass die Theorie zwar wertvoll ist, aber manchmal übermäßig komplex wird und sich vom alltäglichen Literaturverständnis löst.

Die Shortlist zu Literatur- und Kunstkritik umfasst eine Vielfalt an Texten, die sich mit der arabischen Literatur, Sprache, Herkunft und Architektur auseinandersetzen. Dr. Said Laouadi aus Marokko ist mit Food and Language: Cultural Excavations in Arabic Heritage nominiert, ein Werk, das die Beziehung zwischen Essen, verbaler Sprache und Schrift in der arabischen Kulturgeschichte analysiert. Dr. Rita Awad steht mit Poetry and Prophecy: Abu Tayeb as the Poet-Prophet auf der Shortlist und seziert darin die Arbeit des Poeten Al-Mutannabi aus der Abbasiden-Ära, der als einer der größten arabischen Poeten gilt. Der irakische Intellektuelle Khaled Alsultany ist nominiert für sein Werk Urbanistic Samarra: A Study of Architecture and Planning of an Abbasid Citydas die Geschichte der abbasidischen Hauptstadt Samarra anhand ihrer Architektur erzählt und dabei das soziale, historische und politische Umfeld beleuchtet, das die Stadt geprägt hat.

Die Shortlist der Kategorie Beitrag zur Entwicklung der Nationen umfasst drei Werke über arabische und islamische Kultur. Der emiratische Akademiker Prof. Dr. Mohammed Bechari steht mit The Right to Strive: Perspectives on Muslim Women’s Rights auf der Shortlist. Sein Text beleuchtet islamische Rechtsstandpunkte bzgl. der Rechte von muslimischen Frauen und der ehelichen Gemeinschaft. Der syrisch-deutsche Autor Housamedden Darwish ist für The Philosophy of Recognition and Identity Politics: Criticism of the Cultural Approach to Arab-Islamic Culture nominiert, eine Kritik der modernen Identitätspolitik. Außerdem ist der jordanische Akademiker Prof. Dr. Majduddin Khemesh für seinen Text Cities and Trade in Islamic Civilisation nominiert, der die Rolle von islamischen Städten bei der Verbreitung von Glauben und Zivilisation verhandelt.

Die Kategorie Veröffentlichung arabischer Manuskripte widmet sich den Beiträgen, die sich mit der Erschließung arabischer Handschriften beschäftigen. Auf der Shortlist vertreten sind Rasheed Alkhayoun aus dem Irak, Saleh Aljassaraus Saudi-Arabien und Dr. Ahmed Gomaa Abdelhamid aus Ägypten.

Dr. Ali bin Tamim, Generalsekretär des Sheikh Zayed Book Awards und Vorsitzender des Abu Dhabi Arabic Language Centre, sagte:

„Wir freuen uns, die diesjährige Shortlist des Sheikh Zayed Book Awards zu präsentieren, die das außergewöhnliche Talent, die Hingabe und die Kreativität der Schreibenden und Wissenschaftler*innen hervorhebt, die die Zukunft der arabischen Kultur gestalten. Die diesjährige Auswahl ist besonders bemerkenswert hinsichtlich ihrer internationalen Dimension, vor allem in der Kategorie Übersetzung, die die wesentliche Rolle der literarischen Übersetzung bei der Vermittlung arabischer Literatur und Gedanken an ein weltweites Publikum unterstreicht. Wir gratulieren allen Nominierten für ihre herausragenden Beiträge und freuen uns über den Reichtum und die Vielfalt der vertretenen Stimmen.“

Die Gewinner der 19. Ausgabe des Sheikh Zayed Book Award werden im März bekannt gegeben. Sie erhalten jeweils 750.000 VAE Dirham (ca. 194.967€), während die Kulturpersönlichkeit des Jahres bei der Preisverleihung auf der Internationalen Buchmesse von Abu Dhabi am 28. April mit 1.000.000 VAE Dirham (ca. 259.956€) ausgezeichnet wird.

Der Sheikh Zayed Book Award unterstützt auch die Veröffentlichung arabischer Literatur in Übersetzungen in der ganzen Welt durch den Translation Grant des Preises, der jedes Jahr Übersetzungsgelder an internationale Verlage vergibt. Alle Titel der diesjährigen Shortlist für Literatur und Kinderliteratur kommen für eine Übersetzungsförderung in Frage, um die Übersetzung aus dem Arabischen in Weltsprachen zu erleichtern.